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Volontariat oder Trainee: Alternativen für deinen Berufseinstieg

Volontariat oder Trainee: Alternativen für deinen Berufseinstieg
© Roman Samborskyi | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Volontariat und Trainee – Die Gemeinsamkeiten
  2. Volontariat – Was ist das?
  3. Wie viel verdient man als Volontär?
  4. Trainee – Was ist das?
  5. Wie viel verdient man als Trainee?
  6. Vorteile von Volo und Trainee
  7. Volontariat oder Trainee – Was ist besser?

Du hast alle Pflichtpraktika durchlaufen, alle Prüfungen erfolgreich bestanden und hältst den Uniabschluss in den Händen? Herzlichen Glückwunsch! Doch wie geht es jetzt weiter? Als Absolvent hast du natürlich die Möglichkeit, direkt in den Beruf einzusteigen oder noch ein Praktikum zu machen. Es gibt aber noch zwei weitere Optionen: Ein Volontariat oder ein Trainee-Programm. Was ist das überhaupt? Wie viel verdient man dabei? Was sind die Vorteile?

Volontariat und Trainee – Die Gemeinsamkeiten

Ein Volontariat und auch ein Trainee soll den Uni-Absolventen den Einstieg in den Beruf erleichtern. Beides ist eine Art Ausbildung, die das Ziel hat, den Trainee oder Volontär fit für den Job zu machen. Praxisnah lernt er alle Herausforderungen seiner Branche kennen. Beide Programme dauern meistens zwischen 12 und 24 Monaten.

Sowohl für das Volontariat als auch für das Trainee ist ein abgeschlossenes Studium meist Voraussetzung. In jedem Fall die allgemeine Hochschulreife. Ein guter Abschluss, Praxiserfahrungen – zum Beispiel durch Praktika – oder ein Auslandsaufenthalt erhöhen deine Chancen, eine Stelle zu ergattern.

Volontariat – Was ist das?

Du hast ein Studium im Bereich der Geisteswissenschaften abgeschlossen und strebst nun einen Job im Medienbereich an? Dann ist das Volontariat wahrscheinlich das Richtige für dich. Medienhäuser wie Zeitungen, Radio- und Fernsehsender, aber auch PR-Agenturen und öffentliche Verwaltungen bieten diese Ausbildung an.

Wenn du eine Festanstellung in diesen Bereichen anstrebst, dann ist ein Volontariat oft sogar Voraussetzung. Denn die Konkurrenz ist groß – und die Medienunternehmen bevorzugen in der Regel Bewerber, die schon Praxiserfahrungen und die notwendigen Skills mitbringen. In einem Volontariat kannst du dir diese aneignen.

Je nachdem wo du dein Volontariat absolvierst, lernst du zum Beispiel, wie man Interviews führt, einen Radiobeitrag schneidet, eine Fernsehkamera bedient oder eine Pressemitteilung schreibt. In der Regel durchläufst du als Volontär mehrere Bereiche, um vielfältig ausgebildet zu werden. Bei der Zeitung lernst du zum Beispiel verschiedene Redaktionen oder Ressorts kennen.

Wie viel verdient man als Volontär?

Als Volontär musst du leider mit einer vergleichsweise geringen Vergütung rechnen. Manchmal liegen diese sogar unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn. Dies ist möglich, weil es als Berufsausbildung gesehen wird. Hier greift also die Regelung der Ausbildungsvergütung: Die Unternehmen können das Gehalt selber festlegen.

Halte am besten nach Unternehmen Ausschau, die tarifgebunden sind – beispielsweise die Verlage, die Mitglied im BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) sind. Nach Tarif erhalten Volontäre im ersten Ausbildungsjahr 1.911 Euro, im zweiten 2.216 Euro (Stand: ab 01.08.2017).

Es gibt allerdings auch viele Unternehmen, die nicht nach Tarif bezahlen. Wie viel Geld du bekommst, hängt von mehreren Aspekten ab:

  • In größeren Unternehmen erwartet dich oft eine höhere Vergütung als in kleineren.
  • Wer einen Masterabschluss mitbringt, den erhält oft mehr Geld als ein Bachelorabsolvent.
  • Das Bundesland spielt eine Rolle. In den östlichen sind die Gehälter oft niedriger.
  • Die Branche ist ebenfalls entscheidend. Ein TV-Sender zahlt meist weniger als eine Tageszeitung.

Trainee – Was ist das?

Trainee-Stellen werden für immer mehr Studiengänge angeboten, zum Beispiel im Bereich Informatik oder BWL. Sie sind aber nicht wie ein Volontariat ein Muss, um in der Branche Fuß zu fassen, sondern dienen eher als Eintrittskarte – vor allem bei großen Unternehmen.

Konzerne profitieren davon, dass sie junge Talente mit viel theoretischen Know-how anwerben und anlernen. So bilden die Konzerne quasi ihre Fach- und Führungskräfte von morgen auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten aus.

Doch davon profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch du. Gerade wenn du frisch von der Uni kommst, fehlt dir vielleicht der Praxisbezug. Dieser ist dir in einem Trainee garantiert. Du wirst meistens nicht nur in einer Abteilung eingesetzt, sondern lernst das ganze Unternehmen kennen – vom Vertrieb bis zur Finanzbuchhaltung. „Learning by doing“ ist hier also die Devise.

Wie viel verdient man als Trainee?

Das Trainee-Gehalt variiert stark – von 12.000 Euro bis 60.000 Euro im Jahr ist alles möglich. Das liegt daran, dass jedes Unternehmen auch beim Trainee frei entscheiden kann, wie viel es zahlt. Es gibt dazu keine rechtlichen Vorschriften. Durchschnittlich erhält ein Trainee in Deutschland rund 38.000 Euro brutto im Jahr, also knapp 3.100 Euro im Monat.

Damit verdienst du in der Regel beim Trainee mehr als bei einem Volontariat. Wie hoch das Gehalt tatsächlich ausfällt, hängt von der Branche ab. Am bestbezahlten sind Trainees im Finanzsektor, in der Chemie- und Pharmaindustrie und in der Stahlindustrie.

Vorteile von Volo und Trainee

Zugegeben, das Gehalt ist weder beim Volontariat noch bei einem Trainee das ausschlaggebende Argument. Aber du solltest bei deinen Überlegungen berücksichtigen, dass beides andere Vorteile bietet:

1. Praxiserfahrungen

Während deines Volontariats oder Trainees lernst du viel und sammelst wertvolle Erfahrungen. Diese bringen dich nicht nur persönlich weiter, sondern können dir bei Stellen, die Berufserfahrung fordern, auch einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern verschaffen.

2. Welpenschutz

Da du eine Art Ausbildung durchläufst, genießt du oft auch noch etwas „Welpenschutz“. Du wirst langsam an deine neuen Aufgaben herangeführt und nicht sofort mit Verantwortung überschüttet. Kleine Anfängerfehler werden eher verziehen.

3. Freiraum

Du hast außerdem den Freiraum, dich auszuprobieren. Vielleicht entdeckst du einen neuen, fremden Aufgabenbereich, der dir viel mehr Spaß macht? Oder du merkst, dass du in dem eingesetzten Bereich doch nicht arbeiten willst? Nach einem Volontariat oder Trainee ist eine berufliche Neuorientierung einfach möglich, ohne dass du dir den Kopf zerbrechen musst, ob du kündigst oder nicht.

4. Gute Übernahmechancen

Die Übernahmechancen stehen für ehemalige Volontäre und Trainees in der Regel gut. Als ausgelernter Volontär hast du eher die Chance auf eine der stark umkämpften Festanstellungen als die freien Mitarbeiter. Hast du ein Trainee in einem Konzern absolviert, stehen dir dort oft mehr Türen offen als anderen, externen Bewerbern.

5. Aufstiegschancen

Auch wenn du zunächst weniger verdienst als ein Direkteinsteiger, kannst du später wahrscheinlich größere Gehaltssprünge machen. Das ist vor allem bei Trainees wahrscheinlich, weil diese auf Fach- und Führungspositionen vorbereiten sollen.

Volontariat oder Trainee – Was ist besser?

Es lässt sich nicht verallgemeinern, ob ein Trainee oder ein Volontariat besser ist. Das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Abhängig ist die Entscheidung natürlich davon, was man studiert hat. Geht dein Studiengang in Richtung Medien oder Kommunikation, ist ein Volontariat wahrscheinlich passender. Für andere Studiengänge bietet sich ein Trainee eher an. Überlege auch, wo du später einmal arbeiten möchtest. Das solltest du bei deiner Entscheidung berücksichtigen. Viel Erfolg für deinen Berufseinstieg!

Bild: Theresa Müller
Theresa Müller (6 Artikel)

Theresa Müller hat Journalismus im Bachelor und Kommunikationsmanagement im Master in Bielefeld studiert. Bereits während des Studiums war sie für Tageszeitungen, Zeitschriften und in verschiedenen Online-Redaktionen als freie Mitarbeiterin tätig. Auch sammelte sie bereits Erfahrungen im Marketing- und PR-Bereich. Nun arbeitet sie als Online-Redakteurin und verfasst für praktikumsstellen.de Artikel rund um die Themen Praktikumsalltag, Studium und Berufseinstieg. Schreibt sie mal gerade nicht, dann ist sie oft im Reitstall anzutreffen - hoch oben im Sattel.

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