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Versicherungsschutz im Praktikum

Versicherungsschutz im Praktikum
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Inhalt:
  1. Wofür brauchst du Versicherungen?
  2. Welche Versicherungen sind wichtig?
    1. Wichtige Versicherungen im Überblick
    2. Krankenversicherung
    3. KFZ- und Haftpflichtversicherung
  3. Versicherung im freiwilligen Praktikum
    1. Freiwilliges Praktikum als Schüler oder Student
    2. Freiwilliges Praktikum mit Vergütung bis 450 Euro
  4. Versicherung im Pflichtpraktikum
  5. Sozialversicherung im Praktikum
  6. Krankenversicherung im Praktikum
    1. Familienversicherung bei der Krankenversicherung
  7. Gesetzliche Unfallversicherung im Praktikum
    1. Unfallversicherung im Auslandspraktikum
  8. Haftpflichtversicherung im Praktikum
    1. Bist du haftpflichtversichert?
  9. Brauchst du eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ein Unfall, eine Verletzung oder Beschädigung von Firmeneigentum: Während eines Praktikums können Fragen bezüglich des Versicherungsschutzes aufkommen. Du arbeitest mit wertvollen und teuren Materialien oder fährst den Firmenlieferwagen- klingt spitze, aber gleichzeitig besteht auch ein Risiko für Personen- und Sachschäden. Wie bist du gegen Schäden und Verletzungen in deinem Praktikum richtig abgesichert? Zahlt deine Krankenkasse Arbeitsunfälle im Praktikum oder musst du dafür selbst aufkommen? Erhalte hier alle Fakten rund um das Thema Versicherung im Praktikum.

Wofür brauchst du Versicherungen?

In Deutschland gibt es verschiedene Versicherungen, welche Schutz für bestimmte Situationen und Lebenslagen bieten. Einige Versicherungen sind Pflicht und gesetzlich vorgeschriebene, andere sind wenig sinnvoll und werden von sogenannten Versicherungsvertretern den Menschen angedreht.

Es ist Personenabhängig und individuell zu betrachten, ob sich bestimmte Versicherungsergänzungen rentieren oder nicht. Im Endeffekt kann dir für jede Lebenslage und jeden Gegenstand eine passende Absicherung angedreht werden, doch wirklich wichtig sind nur wenige Versicherungen.

Welche Versicherungen sind wichtig?

Sicherlich, es gibt unnötige Versicherungen, welche kaum lohnenswert sind. Doch einige Absicherungen rentieren sich sehr häufig und gelten als wichtig oder empfehlenswert. Grundsätzlich zählt dazu die Kranken- und Haftpflichtversicherung. Weiterhin gibt es andere Arten, wie zum Beispiel eine Berufsunfähigkeit, dessen Wichtigkeit häufig unterschätzt werden.

Welche Versicherung du abschließt, bleibt dir überlassen und hängt von deiner aktuellen Lebenssituation ab. Häufig ändert sich der Versicherungsschutz und –zustand mit Erreichen der Volljährigkeit oder Beginn der Berufstätigkeit.

Wichtige Versicherungen im Überblick

  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • KFZ-Versicherung bzw. KFZ-Haftpflicht
  • Private Haftplichtversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Hausratsversicherung

Krankenversicherung

Jeder Bürger in Deutschland muss gesetzlich oder privat krankenversichert sein. Die Mehrheit der Deutschen ist womöglich in der gesetzlichen Krankenkasse, denn die private Krankenversicherung kommt erst bei einem sehr guten Einkommen infrage. Immerhin steigen die monatlichen Mitgliedsbeiträge im Alter.

Mit der gesetzlichen Krankenkasse bist du im Krankheitsfall, abgesichert und erhältst die medizinische Grundversorgung.

KFZ- und Haftpflichtversicherung

Besitzt du ein Fahrzeug, musst du dieses mindestens mit einer Kfz-Haftpflicht absichern. Besonders, wenn du dir ein Gebrauchtwagen zulegen möchtest, könnte eine verspätete Haftpflichtversicherung zu Geldstrafen führen. Weiterhin ist eine private Haftpflichtversicherung wärmstens zu empfehlen, besonders wenn du nicht mehr über deine Eltern versichert bist.

Versicherung im freiwilligen Praktikum

Freiwillige Praktika nach oder vor einem Studium oder einer Ausbildung sind im Grunde sozialversicherungspflichtig. In Sachen Versicherung musst du dich bei einem Vor- oder Nachpraktikum an die Regelungen für kurzfristige Beschäftigte und geringfügige Entlohnung orientieren.

Freiwilliges Praktikum als Schüler oder Student

Absolvierst du ein freiwilliges Praktikum, zum Beispiel in deinen Schul- oder Semesterferien, ist das Praktikum zeitlich begrenzt. Nach den Ferien musst du dich wieder deinen Verpflichtungen in Schule oder Universität widmen. Wenn das Praktikum nicht länger als zwei Monate dauert bzw. oder 50 Tage im Jahr, brauchst du dich in der Regel aus Versicherungssicht, um nichts zu kümmern.

Freiwilliges Praktikum mit Vergütung bis 450 Euro

Übst du also ein freiwilliges Praktikum für einen sehr begrenzten Zeitraum aus, musst du dich nicht um Versicherungen sorgen. Verdienst du nicht mehr als 450 Euro im Monat, zählt das Praktikum aus arbeitsrechtlicher Sicht als Minijob. Der Praktikumsbetrieb, also Arbeitgeber, hat einen Pauschalbeitrag an die Sozialversicherung zu leisten.

Anders sieht es aus, wenn du ein freiwilliges Praktikum vor oder nach der Immatrikulation in einer Universität ausübst. In dem Fall bist du sozialversicherungs- und steuerpflichtig.

Versicherung im Pflichtpraktikum

Absolvierst du ein Praktikum im Rahmen deines Studiums, musst du dafür keine Sozialabgaben leisten, auch dann nicht, wenn du eine Vergütung erhältst. Bitte bedenke, dass du im Pflichtpraktikum keinen Anspruch auf eine Bezahlung hast und diese, wenn überhaupt, auf freiwilliger Basis des Praktikumsgebers ausgezahlt wird.

Sozialversicherung im Praktikum

Entscheidend für die Sozialversicherungspflicht ist die Art deines Praktikums. Handelt es sich um ein Vor-, Zwischen- oder Nachpraktikum? Ist das Praktikum Teil eines Studiums und ist in Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben?

Bei der Sozialversicherung ist es ausschlaggebend, ob du das Praktikum im Rahmen eines Studiums oder nach erfolgreichen Abschluss des Studiums durchführst. Bist du während des Praktikums nicht immatrikuliert, besteht Sozialversicherungs- und Steuerpflicht.

Krankenversicherung im Praktikum

In Deutschland herrscht Krankenversicherungspflicht, hierbei kannst du bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse versichert sein. Bei fehlender Krankenversicherung droht dir eine Geldstrafe. Generell bist du zunächst als Kind über deine Eltern versichert, das wird als Familienversicherung bezeichnet.

Familienversicherung bei der Krankenversicherung

Bist du noch unter 25 Jahre, besteht weiterhin der Anspruch auf Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit Beginn des 25. Lebensjahrs musst du dich eigenständig und auf eigene Kosten versichern, hierfür ist eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse empfehlenswert.

Verdienst du im Monat mehr als 450 Euro, besteht kein Anspruch mehr auf Familienversicherung, auch wenn du noch unter 25 Jahre bist. Dann musst du dich als Praktikant oder Student selbst versichern. Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung orientiert sich an deinem Einkommen, generell gibt es für Studenten einen speziellen Monatsbeitrag.

Gesetzliche Unfallversicherung im Praktikum

Bei der gesetzlichen Unfallversicherung handelt es sich um einen Zweig der deutschen Sozialversicherung, der seit mehr als 100 Jahren besteht. Die gesetzliche Unfallversicherung ist Sache des Arbeitgebers, das heißt dieser muss seinen Betrieb bei der Berufsgenossenschaft melden oder bei einem Unfallversicherungs-Träger.

In der Regel bist du als Praktikant automatisch in der gesetzlichen Unfallversicherung, sodass du keinen Antrag oder ähnliches stellen musst. Zwar gelten Praktikanten aus arbeitsrechtlicher Sicht nicht als Arbeitnehmer, dennoch werden Praktikanten vom Gesetzgeber in Sachen Versicherung so behandelt. Die gesetzliche Unfallversicherung steht auch in der Pflicht bei Eintritt eines Versicherungsfalles die medizinische und berufliche Rehabilitation und die Auszahlung von Übergangsgeldern und der Rente zu gewährleisten.

Schadensfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung

  • Unfälle auf dem Weg zur Arbeit
  • Unfälle am Arbeitsplatz
  • Unfälle auf dem Weg von der Arbeit

Unfallversicherung im Auslandspraktikum

Möchtest du ein Praktikum im Ausland absolvieren, ist es zu empfehlen, dass du dich vorher über die Unfallversicherung erkundigst. Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dich nur in Deutschland, weshalb es sich oft anbietet, eine zusätzliche Unfallversicherung für ein Praktikum im Ausland abzuschließen.

Haftpflichtversicherung im Praktikum

Eine Haftpflichtversicherung ist vor allem dann notwendig, wenn du dich vor Schäden und sich daraus resultierenden Schadensersatzansprüchen schützen möchtest. Die Haftpflicht bezieht sich nicht nur bei direkten oder unmittelbaren Schäden durch deine Person, sondern auch bei ungerechtfertigten Forderungen durch Dritte.

Während eines Praktikums hantierst du mit Maschinen, Fahrzeugen oder Materialien des Unternehmens. Hierbei kann es sich durchaus um wertvolle und teure Gegenstände handeln, welche durch unabsichtliches Verhalten, Schaden davon tragen könnten. Die Haftpflichtversicherung schützt dich als Versicherten vor finanziellen Auswirkungen, falls du unbeabsichtigt Schaden anrichtest.

Beispiel für Haftpflichtversicherung

  • Du absolvierst ein Praktikum und bist für eine Tätigkeit am Produktionsband zuständig, aufgrund deines unbeabsichtigten Verhaltens, werden Maschinen oder Produktionen beschädigt. Dadurch entsteht für das Unternehmen ein finanzieller Verlust.
  • Du fährst mit dem Firmenauto des Unternehmens und beschädigst das Fahrzeug.

Nicht du kommst für den Schaden auf und musst die Kosten erstatten, sondern die Haftpflichtversicherung.

Bist du haftpflichtversichert?

Grundsätzlich sind Kinder in der Privat-Haftpflicht der Eltern mitversichert. Bist du bereits volljährig, gilt die private Haftpflicht deiner Eltern dennoch unter folgenden Umständen:

  • Du gehst weiterhin zur Schule
  • Du befindest dich in der ersten Berufsausbildung (Lehre oder Studium)
  • Du nimmst nach der Lehre ein Studium auf
  • Du befindest dich in einer Wartezeit zwischen Schule und Berufsausbildung

Die Mitversicherung der Haftpflicht deiner Eltern erlischt:

  • Zweite Lehre
  • Zweitstudium
  • Aufnahme der Berufstätigkeit

Brauchst du eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bei dieser Versicherung handelt es sich womöglich um Streitthema Nummer 1: Wieso sollte ich eine BU-Versicherung abschließen, immerhin bin ich noch so jung. Diese Aussage ist wohl häufig zuhören, dennoch total schwachsinnig. Immerhin kannst du in jedem Alter berufsunfähig werden und das auch, bevor der Start ins Berufsleben überhaupt richtig angefangen hat.

Ob sich eine BU lohnt, hängt auch oft mit der Berufsbranche und dem Arbeitsplatz zusammen. Ebenfalls ergibt sich unter anderem aus diesen Faktoren auch der monatliche Beitrag, den du für die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen musst. Du brauchst keine BU, um ein Praktikum absolvieren zu können. Auch ohne diese Versicherung ist es gestattet ein Praktikum zu absolvieren.

Bist du dir unsicher bezüglich deiner Versicherungen? Dann erkundige dich bei den entsprechenden Anlaufstellen, etwa bei der Krankenkasse oder bei Anbietern einer Haftpflichtversicherung. Es lohnt sich die Beitragskosten von verschiedenen Anbietern und entsprechende Leistung miteinander zu vergleichen.

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (29 Artikel)

Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf praktikumsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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