praktikumsstellen.de Ratgeber Studium abbrechen: Diese 10 Anzeichen sprechen dafür

Studium abbrechen: Diese 10 Anzeichen sprechen dafür

Studium abbrechen: Diese 10 Anzeichen sprechen dafür
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Inhalt:
  1. Häufige Gründe für einen Studienabbruch
  2. Studium abbrechen: Bin ich ein Versager?
  3. 10 Anzeichen: Sollte ich mein Studium abbrechen?
    1. Anzeichen 1: Du kannst dir dein Studium finanziell nicht leisten
    2. Anzeichen 2: Deine Gesundheit hält dich vom Studieren ab
    3. Anzeichen 3: Dir bereitet das Studium überhaupt keine Freude
    4. Anzeichen 4: Dich interessieren die Studieninhalte nicht
    5. Anzeichen 5: Du siehst mit deinem Studium keine Zukunftsperspektive
    6. Anzeichen 6: Du weißt etwas, das dir deutlich mehr Spaß machen würde
    7. Anzeichen 7: Du studierst nur, um Student zu sein
    8. Anzeichen 8: Deine Fähigkeiten und Leistungen reichen nicht aus
    9. Anzeichen 9: Du hast enorme Prüfungsangst und Angst zu versagen
    10. Anzeichen 10: Du kannst dich nicht zum selbstständigen Lernen motivieren

Jeder Studierende denkt im Laufe seines Studiums irgendwann einmal daran, alles hinzuschmeißen und das Studium abzubrechen. Es ist ganz normal, sich zu fragen, ob man eventuell etwas ganz anderes machen sollte, – vielleicht eine Ausbildung oder doch ins Ausland gehen? Häufig spielen Überforderung und finanzielle Not eine Rolle sowie das Desinteresse an den Inhalten des Studienfachs. Ganz gleich, aus welchem Grund du überlegst, dein Studium abzubrechen, wir geben dir die wichtigsten Anzeichen, die dafür sprechen, dass du deine Zeit an der Uni oder FH vielleicht hinter dir lassen solltest.

Häufige Gründe für einen Studienabbruch

Die Gründe für einen Studienabbruch sind unterschiedlich. In den meisten Fällen fühlen sich betroffene Studis von den Anforderungen überfordert und zweifeln so stark daran, mit den Kommilitonen mithalten zu können, dass sie aufgeben. Andere wiederum verlieren schlichtweg das Interesse am Studienfach oder merken nach ein oder zwei Semestern, dass ihr Herz eigentlich für ein ganz anderes Fach schlägt.

Dem Bundesministerium für Bildung und Forschung zufolge sind dies die häufigsten Gründe üfr einen Studienabbruch:

  • Leistungsprobleme
  • finanzielle Probleme
  • Motivationsprobleme
  • Studienbedingungen
  • Prüfungsversagen
  • berufliche Neuorientierung
  • familiäre Probleme
  • Krankheit

Darüber hinaus sind viele Erstis mit dem Wechsel von der Schule in die Uni überfordert. Haben die Lehrer zuvor mit strengem Blick jede vergessene Hausaufgabe sanktioniert, interessieren sich Dozenten an Hochschulen häufig nicht einmal dafür, ob alle Studenten in der Vorlesung anwesend sind. Bereits zu Beginn des Studiums müssen Kurse mit Blick auf die Regelstudienzeit richtig gewählt, sich für Klausuren selbstständig angemeldet und Lernphasen geplant werden. All das muss in Eigenregie geschehen. Da ist es doch nur verständlich, dass bei zusätzlich mangelndem Interesse am Studienfach über einen Abbruch nachgedacht wird, oder?

Studium abbrechen: Bin ich ein Versager?

Kein normaler Mensch bricht sein Studium ab, oder? Die Uni oder FH zu verlassen und neu anzufangen fühlt sich erst einmal falsch an und gewiss stellst du dir die Frage: Bin ich ein Versager? Dabei solltest du wissen, dass rund 30 Prozent aller Studenten das Bachelorstudium abbrechen. Insbesondere MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, werden aufgrund sehr hoher Leistungsanforderungen und mangelnder Motivation frühzeitig beendet.

Nun sollte zunächst klar sein, dass du kein Versager bist, wenn du dich dafür entscheidest, dein Studium abzubrechen. Ganz im Gegenteil beweist der Studienabbruch eine Menge Mut, – den Mut aufzugeben und neu anzufangen. Denn wir Menschen lernen doch erst durch „Fehler“, getreu dem Motto: Versuch und Irrtum.

Selbstverständlich solltest du trotzdem ganz genau überlegen und gut abwägen, ob ein Studienabbruch wirklich die richtige Lösung für dich ist. Wir haben im Folgenden die wichtigsten Anzeichen zusammengetragen, die dafür sprechen, dass du dein Studium abbrechen solltest.

10 Anzeichen: Sollte ich mein Studium abbrechen?

Ein Studienabbruch bedeutet, dass du dein Studium vorzeitig beendest und endgültig aufgibst. Wenn du lediglich dein Fach wechselst oder an einer anderen Uni von vorne anfängst, dann gehörst du offiziell nicht zu den Studienabbrechern. Wenn du jedoch eine Berufsausbildung machst oder dich auf anderem Weg in die Arbeitswelt durchschlägst und keine Hochschule mehr besuchst, dann hast du dein Studium schlichtweg beendet, um neue Wege zu gehen. Es gibt einige Anzeichen, die dafür sprechen, dass du dein Studium abbrechen solltest:

Anzeichen 1: Du kannst dir dein Studium finanziell nicht leisten

Viele Studenten, die aus einer Familie mit geringem Einkommen stammen, beziehen bis zu 861 Euro BAföG, um sich das dreijährige Bachelorstudium oder den zweijährigen Master finanzieren zu können. Doch sobald die Regelstudienzeit überschritten wurde oder, wenn nach dem vierten Semester nicht ausreichend Leistungspunkte vorzuweisen sind, wird die Ausbildungsförderung ausgesetzt.

Sobald der Verdienst der Eltern eines Studierenden über einem gewissen Betrag liegt, steht diesem kein BAföG zu. In diesem Fall müssen die Eltern ihr Kind finanziell unterstützen, allerdings unterliegen diese dabei keiner Pflicht. Das heißt, dass einige Studierende ohne die Unterstützung ihrer Eltern und ohne BAföG auskommen müssen. Wenn das Geld aus einem Nebenjob oder einer Werkstudenten-Stelle dann nicht reicht, um alle Lebenshaltungskosten zu decken, scheint es unmöglich, das Studium weiterzuführen.
Bevor du jedoch dein Studium aus Geldsorgen abbrichst, ziehe zumindest in Erwägung, einen Studienkredit aufzunehmen, wenn du eigentlich gern studierst. Schließlich sollten finanzielle Schwierigkeiten dich nicht von deinen Träumen und beruflichen Zielen abbringen.

Anzeichen 2: Deine Gesundheit hält dich vom Studieren ab

Deine psychische und physische Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen. Insbesondere wenn dich eine Krankheit über längere Zeit vom Lernen abhält, solltest du zumindest darüber nachdenken, ein Urlaubssemester einzulegen. Bei psychischen Problemen wie etwa Depressionen, Angststörungen oder auch Problemen in der Familie, kann ein Studium zusätzlich unglaublich belastend sein.

Um deine Gesundheit zu schützen, solltest du aus diesem Grund nicht davor zurückschrecken, dein Studium abzubrechen. In einer derartigen Situation kann dir ein Psychotherapeut nicht nur bei der Heilung deiner Krankheit helfen, sondern auch dabei, die endgültige Entscheidung für oder gegen das Studium zu treffen.

Anzeichen 3: Dir bereitet das Studium überhaupt keine Freude

Es ist keine Seltenheit, dass Schülerinnen und Schüler mit Abitur ohne zu zögern ein Studium beginnen. Häufig denken sie nicht darüber nach, ob ihnen das Fach, die Lernmethoden und der angestrebte Beruf überhaupt Freude bereiten.

Spätestens, wenn du morgens auf dem Weg in die Uni oder FH bei dem Gedanken an den bevorstehenden Unterricht schon schlechte Laune bekommst, solltest du noch einmal hinterfragen, ob dir das, was du dort tust, grundsätzlich überhaupt Spaß macht. Schlechte Tage sind auch im Studium ganz normal, aber wenn deine Gemütslage auf Dauer darunter leidet, ist es vielleicht sinnvoll, über einen anderen Weg in den Beruf nachzudenken.

Anzeichen 4: Dich interessieren die Studieninhalte nicht

Grundsätzlich gilt: Wenn kein Interesse da ist, bleiben auch Engagement, Motivation und gute Leistungen aus. Solltest du bereits im Studium merken, dass dich die Inhalte nicht interessieren, stell dir doch einmal vor, wie es wäre, jeden Tag in einem Beruf zu arbeiten und sich mit genau diesen Themen auseinanderzusetzen. Schließlich bereitet dich ein Studium darauf vor, die erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse im Job einzusetzen.

Selbstverständlich kannst du zunächst über einen Fachwechsel nachdenken, wenn du grundsätzlich gern studierst. Sollte kein anderes Fach infrage kommen, ist eine Ausbildung vielleicht eher etwas für dich, denn dort wird hauptsächlich praktisch gearbeitet und der theoretische Unterricht findet in einem deutlich geringeren Umfang statt.

Anzeichen 5: Du siehst mit deinem Studium keine Zukunftsperspektive

Die meisten Studierenden sehen im Erwerb eines akademischen Abschlusses den Vorteil, später im Beruf mehr Geld zu verdienen. So wird einem Hochschulabschluss nachgesagt, dass im Anschluss gute Karrierechancen und Gehälter warten, doch dem ist nicht immer so. Sollte dir also während deines Studiums auffallen, dass du keine Zukunftsperspektive siehst, kann es sinnvoll sein, das Studienfach zu wechseln oder ganz abzubrechen.

Sollte dir dein Studium jedoch Spaß machen und du merkst, dass dich schlechte bis gar keine Berufschancen erwarten, suche einen Weg, dir notwendige Qualifikationen anzueignen, um dich gegen andere Bewerber durchzusetzen und einen guten Job zu ergattern. Dies können Zusatzqualifikationen, Praktika, besondere Kenntnisse aus dem individuellen Ergänzungsbereich oder Onlineseminare sein. Informiere dich, was in deiner Branche Vorteile verspricht.

Anzeichen 6: Du weißt etwas, das dir deutlich mehr Spaß machen würde

Hast du bereits seit Längerem ein anderes Studienfach oder eine Ausbildung im Kopf, die dir deutlich mehr Spaß breiten würde als dein derzeitiges Studium? Dann hält dich vermutlich nur die Angst zurück, auch dort nicht die gewünschte Erfüllung zu finden. Allerdings kannst du das nur herausfinden, indem du es ausprobierst. Wenn du nicht auf deine innere Stimme hörst und das machst, wofür dein Herz eigentlich schlägt, dann wirst du das zu einem späteren Zeitpunkt in deinem Leben gewiss bereuen.

Anzeichen 7: Du studierst nur, um Student zu sein

Ja, tatsächlich gibt es einige Studenten, die lediglich aufgrund des Status eine Uni besuchen. Entweder möchten Sie die finanziellen Vorteile genießen, wie die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Studentenrabatte oder sie drücken sich vorm Arbeiten und verbringen ihre Zeit lieber auf Studentenpartys.

Ganz gleich, welcher Grund ausschlaggebend ist, solltest du auf keinen Fall studieren, nur um Student oder irgendwann Akademiker zu sein. Es ist nahezu ausgeschlossen mit einem derartigen Motiv erfolgreich zu studieren und tatsächlich einen Abschluss zu machen. Falls du also kein Interesse am Fach oder am Studieren grundsätzlich hast, dann nutze deine Zeit lieber sinnvoll.

Anzeichen 8: Deine Fähigkeiten und Leistungen reichen nicht aus

Es kommt häufig vor, dass Studierende sich für ein Fach entscheiden, das ihnen zwar Spaß macht, aber in dem sie an ihre Grenzen stoßen. Wenn du zum Beispiel BWL studierst, weil es dich interessiert und du dir gute Berufschancen versprichst, die vielen mathematischen Formeln dich jedoch schlichtweg überfordern, solltest du überlegen, ob das Studienfach wirklich das richtige für dich ist.

Wenn deine Fähigkeiten und Leistungen nicht ausreichen, kann ein Fachwechsel die Lösung sein, um endlich gute Noten zu schreiben und schließlich Spaß am Studieren zu haben. Falls dich allerdings kein anderer Studiengang anspricht, schau doch einmal, ob es eine Berufsausbildung gibt, die dir Freude bereiten würde und zieh in Erwägung, dein Studium vorzeitig zu beenden.

Anzeichen 9: Du hast enorme Prüfungsangst und Angst zu versagen

Viele Studierende leiden unter Prüfungsangst. Meist hilft eine gute Vorbereitung auf Klausuren oder Präsentationen, um trotz Angst mit guten Leistungen zu überzeugen. Falls du jedoch so starke Angst vor Prüfungssituationen hast, dass deine Lebensqualität und Leistungen darunter leiden, dann kann es sein, dass ein Studium einfach nicht das richtige ist.

Bevor du allerdings aus Prüfungsangst dein Studium abbrichst, solltest du psychotherapeutische Unterstützung, Coachings oder das Angebot deiner Uni zum Umgang mit Prüfungsangst nutzen. Falls deine Bemühungen erfolglos bleiben, kannst du deine Unilaufbahn schließlich immer noch beenden und etwas anderes ausprobieren.

Anzeichen 10: Du kannst dich nicht zum selbstständigen Lernen motivieren

Ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule verlangt ein hohes Maß an Selbstdisziplin, Verantwortungsbewusstsein, Motivation und Durchhaltevermögen. Es ist völlig in Ordnung, sich dieser Ansprüche nicht gewachsen zu fühlen, denn nicht jeder ist dafür gemacht, sich nahezu allein Wissen anzueignen.

Auch der permanente Druck, von dem Studenten berichten, kann zur Belastung werden. Schließlich gibt es rein theoretisch immer etwas zu tun. Ist die eine Hausarbeit abgegeben, wartet schon die nächste Klausur und im besten Fall dauert die gesamte Studienzeit fünf Jahre (Bachelor und Master). Das sollte dir in der Entscheidung für oder gegen dein Studium bewusst sein.

Die hier aufgeführten Anzeichen können dir dabei helfen zu entscheiden, ob du dein Studium tatsächlich abbrechen solltest. Selbstverständlich ist diese Entscheidung nicht spontan zu treffen, sondern bedarf einiger Überlegungen. Ziehe weitere Möglichkeiten in Betracht, wie einen Fachwechsel, eine Berufsausbildung, ein Urlaubssemester oder den Wechsel an eine andere Universität. Wenn du dir ganz sicher bist, dass dich dein Studium nicht dorthin bringt, wo du dich in Zukunft siehst, dann ziehe einen Schlussstrich und fang noch einmal von vorne an!

Bild: Lillia Seifert
Lillia Seifert (31 Artikel)

Lillia Seifert hat Anglistik, Soziologie und Interdisziplinäre Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld studiert. Sie veröffentlichte bereits eigene Texte und arbeitete neben dem Studium als Social Media Managerin. Die Kenntnisse in verschiedenen Bereichen machen es ihr leicht, Texte mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten zu erstellen. Sie unterstützt das Team von praktikumsstellen.de, indem sie Artikel mit hilfreichen Tipps und Informationen erstellt.

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