Kein Lust auf einen langweiligen Bürojob? Wer die Dinge lieber selbst in die Hand nimmt und etwas handwerkliches Geschick mitbringt, ist bei einem Praktikum im Handwerk genau richtig. Die Herstellung von Produkten die individuell und kreativ gestaltet werden können, gibt vielen den Anreiz, sich für einen handwerklichen Beruf zu entscheiden.
Das handwerkliche Gewerbe hat im Gegensatz zu industriellen Massenproduktionen immer noch einen sehr hohen Stellenwert. Damit das eigene zu Hause nicht so aussieht wie bei allen anderen, geht man heute lieber zum Tischler als zu IKEA. Auch individuell gefertigte Schmuckstücke oder Kunstwerke werden immer beliebter.
Die Auswahl der möglichen Berufe ist allerdings sehr groß. Um den Überblick nicht zu verlieren, ist es ratsam, schonmal einige dieser möglichen Berufe in einem Praktikum zu testen. Die Aufgabenfelder in dieser Branche sind ebenfalls vielfältig und abwechslungsreich. Wertvolle Einblicke in den Berufsalltag im Handwerk erhält man in einem Praktikum. Ein Praktikum bietet aber noch mehr Vorzüge.
Warum ein Praktikum im Handwerk?
Diverse Studiengänge wie Elektrotechnik, Mechatronik, Bauingenieurwesen, usw. qualifizieren für einen Berufseinstieg im Handwerk. Da viele Vorlesungen und Seminare oft sehr trocken sind, sollte man praktische Erfahrungen in verschiedenen Betrieben sammeln. Eine Ausbildung qualifiziert ebenfalls für das Arbeiten im Handwerksgewerbe.
Praktische Berufserfahrung ist eine der wichtigsten Zusatzqualifikationen auf dem Lebenslauf. Die meisten Betriebe stellen nach Beendigung eines Praktikums eine Praktikumsbescheinigung aus. Diese ist eine Art „Arbeitszeugnis“ und bescheinigt die Dinge, die man während der Zeit in dem Betrieb gelernt und angewendet hat.
Wer bereits einige Praktika absolviert hat, signalisiert dem zukünftigen Arbeitgeber ein hohes Maß an Motivation und Eigeninitiative. Auf diese Weise kann man sich von der Konkurrenz abheben, und weiß bereits, was einen in der Praxis erwartet. Deshalb: Ein Praktikum ist ein wichtiger Schritt auf der Karriereleiter.
Nicht nur der zukünftige Arbeitgeber, auch man selbst kann von einem Praktikum nur profitieren: Wenn alles gut klappt, weiß man, wo seine Stärken liegen. Wenn es nicht so gut läuft, erfährt man etwas über seine Schwächen und kann diese entweder versuchen zu beheben, oder diesen Berufszweig für sich abhaken.
Steckt man noch mitten im Studium, kann das Praktikum den Anreiz geben, bestimmte Seminare aus anderen Studienfächern zu belegen, um sich besser zu qualifizieren. Wenn einem zum Ende des Studiums die Puste ausgeht, kann ein Praktikumsplatz in einem Wunschunternehmen für den nötigen Motivationsschub sorgen.
Ein weiterer unterschätzter Faktor ist das Erwerben der sogenannten „Soft Skills“. Der Unialltag unterscheidet sich stark von dem Alltag in einem Betrieb. In einem Praktikum lernt man Abläufen zu folgen, den Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten, sowie einen Alltag mit Hierarchiestrukturen kennen. Auch das Üben und Verbessern der handwerklichen Fähigkeiten funktioniert nur in der Praxis. Diese „Soft Skills“ sind für das zukünftige Berufsleben von großer Bedeutung.
Die Planung eines Praktikums:
Da viele Studenten ein Praktikum als Karrieresprungbrett nutzen, empfiehlt es sich, so früh wie möglich nach einem Praktikumsplatz im Handwerk zu suchen. Auch große Handwerksbetriebe suchen bis zu einem Jahr im Voraus nach geeigneten Praktikanten.
Häufig ist es ganz klug sich erstmal in der Umgebung umzuschauen. Erfahrungen in mittelständischen Unternehmen sind genauso viel Wert wie in großen Unternehmen. Oft werden Praktikanten in kleineren Betrieben stärker in den Berufsalltag integriert als in großen. Wer dies bereits erfolgreich getan hat, kann versuchen sich bei seinem Wunschunternehmen zu bewerben.
Bevor das Praktikum beginnt, sollte man sich einige Fragen stellen: Wie viel Zeit möchte man investieren? Wie lange kann man mit der Praktikumsvergütung über die Runden kommen? Je nachdem, in welchem Bereich man ein Praktikum absolvieren möchte, gilt es zu klären, ob die geforderten Qualifikationen vorhanden sind. Wenn nicht, sollten diese schnellstmöglich erworben werden.
Wenn möglich, sollte man versuchen auf sein theoretisches Wissen aufzubauen. Wer bisher nur Vorlesungen zum Thema Konstruktion belegt hat, sollte sich für eine dementsprechende Stelle bewerben, damit das theoretische Wissen praktisch angewendet werden kann. Nicht zu empfehlen wäre es, ein Praktikum in einem Bereich zu absolvieren, in dem man noch kein Basiswissen erworben hat.
Wir raten vor der Bewerbung sich mit den eigenen Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen. Am besten gelingt dies mit einer Eigenprofilanalyse:
- Welche Seminare und Vorlesungen haben mir am meisten Spaß gemacht?
- Wo liegen meine fachlichen und persönlichen Interessen?
- Möchte ich an einem eigenen Projekt arbeiten oder lieber im Büroalltag integriert werden?
- Was möchte ich während des Praktikums unbedingt lernen?
- In welchen Unternehmen würde ich gerne arbeiten?
Auch über das Unternehmen gilt es, sich wichtige Fragen im Vorfeld zu beantworten. Dazu gehören: Welche Anforderungen stellt das Unternehmen an seine Praktikanten? Welche Abteilungen gibt es? Welche Arbeitsbereiche werde ich kennenlernen? Die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz ist mit etwas Arbeit verbunden. Aber es lohnt sich, denn der Karrierefaktor Praktikum hat schon viele Türen geöffnet.
Berufe im Handwerk:
Zu den klassischen Berufen im Handwerk gehören Bäckermeister/-in, Fleischermeister/-in, Tischlermeister/-in und Straßenbaumeister/-in. Weniger bekannte, aber dafür umso interessantere, Berufe sind Restaurator/-in, Uhrmacher/-in, Buchbinder/-in, Edelsteinschleifer/-in und Glas- und Porzellanmalermeister/-in, und viele mehr.
Nur durch das Ausprobieren diverser Richtungen findet man den Beruf, der einem am meisten gefällt. Große Unternehmen wie die Adolf Würth GmbH & Co. KG suchen regelmäßig nach Unterstützung. Anfragen in kleineren Betrieben lohnen sich aber auch.
Die Aufgabenbereiche eines Praktikanten im Handwerk können die Mitarbeit bei der Herstellung bestimmter Güter umfassen, die Planung neuer Produkte, sowie die Mithilfe im betrieblichen Tagesgeschäft.
Weil ein Praktikum ein wichtiger Schritt auf der Karriereleiter ist, wird viel von dem Studenten erwartet: Bei einem Praktikum im Handwerk ist strukturiertes und präzises Arbeiten wichtig, aber auch ein sicherer Umgang mit Werkzeugen, Maschinen und Programmen. In den meisten Fällen werden gute Kenntnisse in den MS-Office Programmen vorausgesetzt.
Die besten Chancen auf ein Praktikum haben Studenten, die ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen. Diese werden bevorzugt ausgewählt. Wer bereits praktische Erfahrungen gesammelt hat, kann auf eine Zusage hoffen. Alles in allem lässt sich festhalten: Praktika in unterschiedlichen Bereichen erhöhen die Chance, die eigenen Interessen besser kennenzulernen, und somit an seinen Traumberuf zu gelangen.