praktikumsstellen.de Ratgeber Leistungsstarke Teams entwickeln: Teamrollen nach Belbin

Leistungsstarke Teams entwickeln: Teamrollen nach Belbin

Leistungsstarke Teams entwickeln: Teamrollen nach Belbin
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Inhalt:
  1. Teamrollen nach Belbin: So funktioniert das Modell
    1. Hintergrund des Teamrollen-Modells von Belbin
    2. Teamarbeit optimieren mit Belbins Modell
  2. Leistungsstarke Teams: Die 9 Rollen nach Belbin
  3. Handlungsorientierte Rollen
    1. Macher (Shaper)
    2. Schwächen des Machers:
    3. Tipps für Macher:
    4. Umsetzer (Implementer)
    5. Schwächen des Umsetzers:
    6. Tipps für Umsetzer:
    7. Perfektionist (Completer Finisher)
    8. Schwächen des Perfektionisten:
    9. Tipps für Perfektionisten:
  4. Kommunikationsorientierte Rollen
    1. Koordinator (Co-ordinator)
    2. Schwächen des Koordinators:
    3. Tipps für Koordinatoren:
    4. Teamarbeiter (Teamworker)
    5. Schwächen des Teamarbeiters:
    6. Tipps für Teamarbeiter:
    7. Wegbereiter (Resource Investigator)
    8. Schwächen des Wegbereiters:
    9. Tipps für Wegbereiter:
  5. Wissensorientierte Rollen
    1. Neuerer (Plant)
    2. Schwächen des Neuerers:
    3. Tipps für Neuerer:
    4. Beobachter (Monitor evaluator)
    5. Schwächen des Beobachters:
    6. Tipps für Beobachter:
    7. Spezialist (Specialist)
    8. Schwächen des Spezialisten:
    9. Tipps für Spezialisten:
  6. Nachteile des Teamrollen-Modells von Belbin
  7. Welche Rolle nehmen Sie ein?

Warst du jemals Mitglied eines Teams gewesen, in dem trotz aller Bemühungen keine gute Leistung erbracht wurde? Oder hast du schon einmal das Glück, in einem Team zu sein, das harmonisch und kooperativ zusammengearbeitet hat und dabei auch noch beste Ergebnisse erzielen konnte? Häufig gibt es in Teams Kommunikationsschwierigkeiten oder mindestens ein Teammitglied, das versucht die Arbeit auf andere abzuwälzen – da ist es hilfreich, wenn man schon vor einem Projekt die Effektivität und Leistungsfähigkeit eines Teams sicherstellen kann. Genau hier knüpft das Teamrollen-Modell von Belbin an. Wir erklären dir, wie es genau funktioniert und wie du es schaffst, leistungsstarke Teams zu entwickeln.

Teamrollen nach Belbin: So funktioniert das Modell

Belbin entwickelte anfänglich 8 und später 9 Teamrollen, die er als „bestimmte Neigung eines Individuums, sich gegenüber Teammitgliedern zu verhalten, mit anderen zu kommunizieren und einen persönlichen Beitrag zur Teamarbeit zu leisten“ bezeichnete.

Den verschiedenen Verhaltenstypen hat Belbin unterschiedliche Rollennamen zugewiesen, wie etwa Macher, Koordinator oder Beobachter. So stellt das Modell eine effektive Methode da, um die Stärken und Schwächen eines Teams zu identifizieren, und hilft dabei mögliche Ansatzpunkte zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit aller Mitglieder sowie der Teamdynamik zu finden.

Hintergrund des Teamrollen-Modells von Belbin

Dr. Meredith Belbin, Wissenschaftler auf dem Gebiet Management und Psychologie, entwickelte 1981 sein Modell der 9 Teamrollen. Sein Anliegen war es, eine Möglichkeit zu finden, den Erfolg eines Projektes zu sichern und das perfekte Team zu finden.

Ein großer Teil seiner Forschung bestand in Experimenten mit Wirtschaftssimulation, in denen Teilnehmer in psychologische Gruppen eingeordnet wurden, wie etwa die der introvertierten oder extrovertierten. Nach langjähriger Arbeit fand er heraus, dass es verschiedene Verhaltenstypen gibt, die je nach Projekt in der richtigen Kombination zu sicherem Teamerfolg führen.

Dabei stellte er fest: Je diverser ein Team aufgebaut ist, desto stärker und leistungsfähiger ist es.

Teamarbeit optimieren mit Belbins Modell

Wie genau sieht es in Ideinem Job aus? Habst du das Gefühl, in einem perfekten Team zu arbeiten? Wenn es dir gelingt, das Teamrollen-Modell von Belbin auf Ihre Kollegen oder Mitarbeiter zu übertragen, wirst du stark davon profitieren:

  • Du erkennst, warum du bestimmte Aufgaben in der Teamarbeit bevorzugst oder ablehnst.
  • Du findest heraus, ob andere Mitglieder des Teams die gleichen Erfahrungen und Einstellungen gegenüber bestimmten Rollen haben.
  • Du bist in der Lage, je nach Aufgabe oder Projekt ein leistungsstarkes Team zusammenzustellen, dass bestmögliche Ergebnisse erzielt.

Leistungsstarke Teams: Die 9 Rollen nach Belbin

Das Modell von Belbin beinhaltet 9 Rollen, die für ein produktives und erfolgreiches Team notwendig sind. Einige der Rollen haben jedoch einen höheren Stellenwert, wobei es immer auf die Umstände und die Art des Projektes ankommt. Daneben spielen die Größe eines Teams und die Entwicklungsstufen der einzelnen Mitglieder eine ebenso wichtige Rolle. Belbin unterscheidet in drei Kategorien: Handlungsorientiert, kommunikationsorientiert und wissensorientiert.

Handlungsorientierte Rollen

Macher (Shaper)

Macher sind häufig aufgeschlossen, durchsetzungsfähig und dynamisch. Sie sind in der Regel hoch motivierte Menschen, die ein starkes Bedürfnis haben, etwas zu erreichen. Macher sind im Team tatkräftig und sorgen für die Umsetzung von Ideen. Wenn Probleme während des Prozesses aufkommen, dann finden Macher schnell die perfekte Lösung, denn sie genießen förmlich die Konfrontation und Herausforderung. Im Team trägt der Macher mit seiner aktiven und zielstrebigen Art zur Einhaltung bestimmter Meilensteine bei.

Aussage eines Machers: „Ich bin überzeugt, dass wir alles erreichen, was möglich ist.“

Schwächen des Machers:

  • ungeduldig mit anderen Teammitgliedern
  • nervös und lässt sich leicht provozieren

Tipps für Macher:

  • Lass  Raum für Diskussionen und andere Meinungen, bevor du sagst, was zu tun ist.
  • IZiel ist es, die Aufgaben des Teams zu strukturieren, sodass das Projektziel möglichst effektiv und effizient umgesetzt wird.

Umsetzer (Implementer)

Umsetzer sind pragmatische, loyale, konservative Menschen, die systematisch vorgehen. Darüber hinaus haben sie eine sehr gute Auffassungsgabe, ein hohes Maß an Selbstdisziplin und sind bodenständig. Die größte Stärke des Umsetzers ist, dass er theoretische Konzepte und Pläne entwickelt, die systematisch in die Tat umgesetzt werden können.

Aussage eines Umsetzers: „Wenn es machbar ist, dann schaffen wir das, aber können wir über die praktischen Details sprechen?"

Schwächen des Umsetzers:

  • unflexibel und resistent gegen Veränderungen 
  • lehnt die Ideen anderer Teammitglieder ab

Tipps für Umsetzer:

  • Versuche, anpassungsfähig zu bleiben.
  • Konzentriere dich auf deine Stärke, die Ziele praktisch umzusetzen.

Perfektionist (Completer Finisher)

Perfektionisten sind häufig sorgfältig, ordentlich, gewissenhaft und präzise. Sie sind gut im Einhalten von Plänen und würden grundsätzlich nichts anfangen, was sie nicht beenden können. Den größten Beitrag zum Team leisten sie, da sie nichts übersehen und darauf achten, dass der Teamerfolg nahezu perfekt ist.

Aussage eines Perfektionisten: „Das ist etwas, das unsere ungeteilte Aufmerksamkeit erfordert.“

Schwächen des Perfektionisten:

  • denkt, er könnte alles selbst am besten und nimmt ungern Hilfe an
  • verliert sich im Detail

Tipps für Perfektionisten:

  • Behalte die Balance zwischen deinen Bedürfnis nach Perfektion und dem eigentlich notwendigen Ergebnis.
  • Übernimm dich nicht und gib  eventuell Aufgaben an andere Teammitglieder ab.

Kommunikationsorientierte Rollen

Koordinator (Co-ordinator)

Koordinatoren werden häufig als ruhig, selbstbewusst und kontrolliert beschrieben und können gut vorausschauend arbeiten. Sie konzentrieren sich immer auf das gesamte Team und achten darauf, dass alle gut zusammenarbeiten, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Die Stärken des Koordinators im Team sind seine ruhige Art und die Fähigkeit, das Team zu steuern und zu organisieren, um bestmögliche Ergebnisse mit den vorhandenen Mitteln zu erzielen.

Aussage eines Koordinators: „Wir sollten in möglichst allem übereinstimmen.“

Schwächen des Koordinators:

  • geringe Kreativität
  • zu prozessorientiert und nicht auf das Ergebnis fokussiert

Tipps für Koordinatoren:

  • Du bist in einer guten Position, deine Talente einzusetzen, um das Bestmögliche aus dem Team herauszuholen.
  • Sei klar in deinen Zielen und überprüfe stets den Prozess, sodass du die eigentliche Aufgabe im Blick behältst.

Teamarbeiter (Teamworker)

Teamarbeiter sind, wie der Name vermuten lässt, sehr sozial, eher milden Gemüts und generell recht sensibel. Sie gelten daher als hilfsbereite Menschen, die sich stets bemühen, dass alle Teammitglieder zufrieden sind. Darüber hinaus können sie sich gut nach anderen richten und sind in Bezug auf bestimmte Situationen oder andere Menschen sehr anpassungsfähig. Der größte Beitrag eines Teamarbeiters ist die Hilfestellung, die er anderen bietet, um die Effektivität des gesamten Teams zu sichern.

Aussage eines Teamarbeiters: „Mir geht es gut, wenn es euch gut geht.“

Schwächen des Teamarbeiters:

  • fehlende Stressresistenz und wenig Entscheidungsfreudigkeit
  • mangelndes Durchsetzungsvermögen in Konfliktsituationen

Tipps für Teamarbeiter:

  • Nutze deine Stärke, anderen Teammitgliedern dabei zu helfen, sich weiterzuentwickeln.
  • Erinnere dich daran, dass es nahezu unmöglich ist, alle stets zufrieden zu stellen.

Wegbereiter (Resource Investigator)

Wegbereiter sind tendenziell extrovertiert, enthusiastisch und ein wenig neugierig. Daher haben sie Freude daran, neue Möglichkeiten zu entdecken und Kontakte zu knüpfen. Sie sind meist relativ entspannten Gemütes, mit einem ausgeprägten Sinn und einer hohen Bereitschaft, neue Chancen zu erkennen und wahrzunehmen. Die größte Stärke des Wegbereiters ist es, verfügbare Ressourcen zu erkennen und Kontakte zu knüpfen, die dem Projektteam dienlich sein können.

Aussage eines Wegbereiters: „Lass uns in Kontakt treten mit Menschen, die uns helfen können.“

Schwächen des Wegbereiters:

  • eventuell geringe Aufmerksamkeitsspanne („abschweifen“)
  • mangelnde Disziplin und Tatkräftigkeit

Tipps für Wegbereiter:

  • Nutze deine Stärke der Diplomatie, um außerhalb des Teams Kontakte zu generieren.
  • Gestatte auch unerfahrenen Kollegen, dir bei Meinungsverschiedenheiten zu widersprechen.

Wissensorientierte Rollen

Neuerer (Plant)

Neuerer werden häufig als individualistisch, kreativ und unorthodox beschrieben und haben sowohl neue Ideen als auch die passende Lösung (manchmal unorthodox) für ein komplexes Problem. Sie sind eher eigenständig, haben bestimmte Wertvorstellungen und sind meistens sehr intelliegent und originell. Die Aufgabe des Neuerers im Team besteht darin, innovative Ideen zu entwickeln und an der effektiven Lösung von Problemen zu arbeiten.

Aussage eines Neuerers: „Lass uns für einen Augenblick lateral denken.“

Schwächen des Neuerers:

  • haben den Kopf häufig woanders
  • fokussieren sich auf unvorteilhafte Strategien

Tipps für Neuerer:

  • Übe dich in Selbstdisziplin und höre auf die Kommentare deine Teammitglieder.
  • Lass Stress nicht deine Kreativität mindern.

Beobachter (Monitor evaluator)

Beobachter werden meistens als umsichtig und ernst beschreiben. Sie sind sich der Konsequenzen von Entscheidungen bewusst und genießen es, Probleme zu analysieren sowie Vor- und Nachteile bestimmter Optionen auszufzeigen. Die größte Stärke des Beobachters ist es, die Umsetzbarkeit und den Nutzen bestimmter Ideen oder Vorschläge zu bestimmten – ganz gleich ob diese innerhalb oder außerhalb des Teams entstanden sind.

Aussage eines Beobachters: „Haben wir alle möglichen Optionen bedacht, bevor wir die Entscheidung fällen?“

Schwächen des Beobachters:

  • eventuell langsame Umsetzung oder Pessimismus
  • fehlende Inspiration für eigene Ideen

Tipps für Beobachter:

  • Achte darauf, nicht zu dominant zu sein und die Kreativität anderer Teammitglieder zu unterbinden.
  • Verbinde Ideine Fähigkeit zum kritischen Denken mit fairem Handeln und Offenheit gegenüber Veränderungen. 

Spezialist (Specialist)

Spezialisten haben eine bestimmte Kompetenz, die für das Team notwendig ist. Sie stellen Wissen bereit und sorgen mit ihrer zurückhaltenden Art nicht für Unruhe im Team. Der Spezialist bringt je nach Team und Projektziel eine bestimmte Fähigkeit mit, wie etwa It-Kenntnisse.

Aussage eine Spezialisten: „Ich konzentriere mit auf mein Spezialgebiet.“

Schwächen des Spezialisten:

  • engstirnig und einseitig
  • beharrt zu sehr auf Formsachen

Tipps für Spezialisten:

  • Versuche, dein Team mit Ihren speziellen Fähigkeiten zu unterstützen.
  • Sei offen für Anregungen und Vorschläge anderer Teammitglieder.

Nachteile des Teamrollen-Modells von Belbin

  • Wenn eine der 9 Teamrollen fehlt, funktioniert das Team selbstverständlich auch, allerdings werden keine optimalen Ergebnisse erzielt.
  • Das Modell ist teilweise schwierig umzusetzen, da nicht immer alle Rollen besetzt werden können und Ressourcen unberücksichtigt bleiben.
  • Innerhalb des Teams können sich Eigenschaften und Verhaltensweisen verändern, sodass eine feste Zuschreibung der Teamrollen im Vorhinein nicht möglich ist.
  • Eventuell gibt es in den verschiedenen Eigenschaften der Rollen Überschneidungen.
  • Die Teamdynamik kann sich aufgrund bestimmter persönlicher und beruflicher Ziele unabhängig von den Stärken und Schwächen der Teamrollen entwickeln.

Welche Rolle nehmen Sie ein?

Die Teamrollen nach Belbin sind äußerst präzise beschrieben und es fällt Ihnen sicherlich leicht, sich mindestens einer dieser Rollen zuzuordnen. Wenn du die verschiedenen Verhaltenstypen gelesen haben, wirst du in zukünftiger Teamarbeit automatisch darauf achten, welches Mitglied eine bestimmte Rolle einnimmt. Diese Fähigkeit kanst du von nun an gezielt einsetzen, um die besten Ergebnisse als Team zu erzielen.

Das Teamrollen-Modell von Belbin schreibt den notwendigen Mitgliedern eines Teams bestimmte Stärken und Schwächen zu. Zu den Rollen gehören der Macher, Umsetzer, Perfektionist, Koordinator, Teamarbeiter, Wegbereiter, Neuerer, Beobachter und der Spezialist. Um ein leistungsstarkes Team zu entwickeln und das Ziel eines Projektes in bestmöglicher Weise effektiv und effizient zu erreichen, braucht es gemäß Belbin genau diese 9 Rollen. Versuche, das Modell in der nächsten Teamarbeit einmal selbst anzuwenden, und du wirst merken, dass automatisch schneller, harmonischer und produktiver gearbeitet wird.



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