praktikumsstellen.de Ratgeber Krankenversicherung im Studium: Das solltest du beachten!

Krankenversicherung im Studium: Das solltest du beachten!

Krankenversicherung im Studium: Das solltest du beachten!
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Inhalt:
  1. Krankenversicherung als Voraussetzung für dein Studium
    1. Nachweis über Krankenversicherung für dein Studium
  2. Krankenversicherung im Studium: Gesetzlich oder privat versichern?
  3. Familienversichert im Studium
  4. Selbst Mitglied in der GKV während des Studiums
  5. Private Krankenkasse im Studium durch die Eltern
    1. Kosten im Studium für die private Krankenversicherung 
  6. Studentische Krankenversicherung: Welche Kosten gibt es?
    1. Studentenbeitrag der GKV nur bis 30
  7. Krankenversicherung im Studium: Sind Veränderungen möglich?
  8. Kannst du nach dem Studium die Krankenversicherung wechseln?
  9. Unterschiede gesetzliche und private Krankenkasse
  10. GKV: Gesetzliche Krankenversicherung
  11. PKV: Private Krankenversicherung

Neben dem passenden Studiengang, der Bewerbung und vielleicht sogar der Wohnungssuche solltest du als Student auch die Wahl deiner Krankenkasse ernst nehmen. In Deutschland gibt es die private und gesetzliche Krankenversicherung, kurz vor deinem Studium kannst du zwischen beiden Krankenversicherungen wählen. Doch musst du als Studierender überhaupt krankenversichert sein? Spielt es eine Rolle bei welcher Krankenkasse du vorher versichert warst? Erfahre hier alle Fakten rund um dieKrankenversicherung als Student.

Krankenversicherung als Voraussetzung für dein Studium

Möchtest du ein Studium beginnen, ist es ein Muss krankenversichert zu sein. Du kannst dich nur an einer deutschen Universität oder Hochschule einschreiben, wenn du in der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse versichert bist. Deshalb ist es deine Pflicht einen entsprechenden Nachweis vorzubringen, andernfalls kann deine Bewerbung für dein Studium abgelehnt werden. 

Die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse ist also eine Grundvoraussetzung, damit du hierzulande in einer Hochschule oder Uni immatrikuliert wirst.

Nachweis über Krankenversicherung für dein Studium

Kontaktiere bitte deine Krankenkasse telefonisch oder schriftlich und bitte um eine Versicherungsbescheinigung bzw. Bestätigung der Mitgliedschaft in der Krankenkasse. Diese Bestätigung fügst du deinen Bewerbungsunterlagen für den Studiengang an.

Krankenversicherung im Studium: Gesetzlich oder privat versichern?

Generell wirst du zunächst der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zugeordnet. Es besteht jedoch die Möglichkeit sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien zu lassen und einer privaten Krankenkasse beizutreten. Diese Möglichkeit haben alle Studierenden, auch wenn diese vorher nicht privat versichert waren. Hast du dich für eine Krankenversicherung entschieden, musst du für die Dauer deines Studiums in dieser bleiben.

Warst du unmittelbar vor dem Studium pflichtversichert in der GKV, weil du zum Beispiel eine Ausbildung oder ein freiwilliges soziales Jahr absolviert hast, besteht nicht die Möglichkeit in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Familienversichert im Studium

Bist du bereits vor deinem Studium in der gesetzlichen Krankenversicherung über deine Eltern versichert? Dann bleibt das auch mit Beginn des Studiums so, falls du noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hast. Solange erhalten deine Eltern in der Regel auch Kindergeld, weshalb auch kein zusätzlicher Beitrag für deine Krankenversicherung im Studium anfällt.

Die Familienversicherung ist für Studierende die günstigste Lösung in Sachen Krankenversicherung. Beginnst du ein Studium, informiere die Krankenkasse deiner Eltern über den Beginn des Studiums. Häufig benötigen die Krankenkassen eine entsprechende Bescheinigung, welche du regulär jedes Semester bei erfolgreicher Immatrikulation erhältst.

Selbst Mitglied in der GKV während des Studiums

Bist du bereits älter als 25 Jahre oder hast du vielleicht schon gearbeitet und bist deshalb bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, gilt diese auch für das Studium.

Private Krankenkasse im Studium durch die Eltern

Sind deine Eltern oder ist ein Elternteil in der privaten Krankenversicherung, kannst auch du während deines Studiums bei einer privaten Krankenkasse versichert sein. Dafür musst du dich jedoch vor Studiumbeginn von der Krankenversicherungspflicht bei einer gesetzlichen Kasse befreien lassen.

Kosten im Studium für die private Krankenversicherung 

Viele Kinder von Beamten bleiben tatsächlich in der privaten Krankenkasse, da die Beiträge durch die Beihilfe sehr niedrig sind. Jedoch kann diese Entscheidung im Laufe des Studiums auf deinen Geldbeutel drücken:

  • Wirst du während des Studiums 25 Jahre alt, entfällt der günstige Beihilfetarif deiner Eltern, da es regulär für deine Eltern kein Kindergeld mehr gibt. Dadurch musst du den normalen Beitrag für Studenten in der privaten Krankenversicherung zahlen.
  • Findest du nach Abschluss deines Studiums nicht sofort einen Job, musst du die Kosten für die private Krankenversicherung selbst tragen. Zwar erhältst du bei Bezug von Harz IV einen Zuschuss, dennoch fallen höhere Kosten an.
  • Möchtest du dich nach dem Studium selbstständig machen, musst du die Kosten für die privaten Beiträge zur Krankenkasse vollständig übernehmen. Egal, ob du viel oder wenig verdienst.

Studentische Krankenversicherung: Welche Kosten gibt es?

Musst du dich aus den genannten Gründen selbst bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern, zahlst du als Student in der Regel einen vergünstigten Beitrag. Hol dir doch einfach von mehreren Krankenkassen Angebote rein und vergleiche die verschiedenen Tarife. Die Beiträge als Student in der GKV sind an die Entwicklung des BAföGs gekoppelt. Im Durchschnitt zahlst du für die gesetzliche Krankenversicherung rund 84 Euro im Monat.

Studentenbeitrag der GKV nur bis 30

Heutzutage ist es längst nicht mehr unüblich, dass auch Menschen mit Anfang 30 noch ein Studium beginnen oder sogar noch mitten drin sind. Dabei solltest du in Sachen Krankenkasse aufpassen: Der vergünstigte Studentenbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung gilt nur bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres. Danach musst du dich freiwillig versichern, wodurch sich der Beitrag auf über 100 Euro im Monat erhöht.

Krankenversicherung im Studium: Sind Veränderungen möglich?

In der Regel bist du für das gesamte Studium an deine Entscheidung für die gesetzliche oder private Krankenversicherung gebunden. Es gibt aber Ausnahmen, die deine Entscheidung hinfällig bzw. ändern könnten.

Gehst du neben dem Studium einer Beschäftigung nach, welche den gesetzlichen Vorgaben eines Werkstudenten oder Mini-Jobbers entsprechen, bist du von Sozialabgaben befreit. Überschreitest du eine Einkommensgrenze dieser Arbeitsverhältnisse, entfällt die beitragsfreie Versicherung über die Familie. Du musst den Studentenbeitrag der GKV zahlen.

  • Vollendest du im Studium dein 25. Lebensjahr erlischt ebenfalls dein Anspruch auf die Familienversicherung.
  • Wirst du während des Studiums 30 Jahre alt, entfällt der Studentenrabatt komplett. Du musst dich ab diesen Zeitpunkt freiwillig gesetzlich versichern.
  • Befindest du dich in einem Promotionsstudium, bestehst kein Anspruch auf die studentische Krankenversicherung. Doktoranden müssen sich freiwillige gesetzlich versichern.

Kannst du nach dem Studium die Krankenversicherung wechseln?

Nicht immer ist es möglich in die andere Krankenversicherung zu wechseln. Hierbei spielen die Wege nach dem Studium eine Rolle. Beginnst du nach deinem Studium direkt eine Tätigkeit als Arbeitnehmer, und warst du zuvor in der GKV, kannst du dies auch weiterhin bleiben.

Warst du als Studierender privat versichert, kannst du als Arbeitnehmer zwischen der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung wählen. Dank einer Sonderregelung besteht diese einmalige Möglichkeit trotz vorheriger Privatversicherung sich erneut zu entscheiden, ob eine gesetzliche oder private Krankenversicherung sinnvoller ist, insofern du zuvor nicht voll berufstätig warst.

Unterschiede gesetzliche und private Krankenkasse

In Deutschland besteht die Möglichkeit sich zwischen einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung zu entscheiden. Doch wie unterscheiden sich die Krankenversicherungen?

GKV: Gesetzliche Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenkasse wird nach dem Solidarprinzip gearbeitet: Der Versicherte zahlt bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze den gleichen prozentualen Anteil des Einkommens. Bis zu Höhe von 4.537.50 Euro im Monat (Stand 2019) zählt das Einkommen zur Beitragsberechnungsgrenze. Auf das Einkommen fällt der allgemeine Satz von 14,6 Prozent. Im Monat sind das also maximal 662 Euro, wobei Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Beitrag je zur Hälfte zahlen. Obendrauf kommt der Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse, welcher ebenfalls von Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt wird.

  • Bei einem Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze muss auch weniger gezahlt werden. Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen sind ohne weitere Kosten mitversichert.
  • Selbstständige, Studenten und freiwillige Versicherte mit einem niedrigen Einkommen leisten einen bestimmten Mindestbeitrag.
  • Die GKV gewährt allen Menschen die gleiche Leistung, wobei weder das Alter, noch die Gesundheit oder das Einkommen eine Rolle spielen.

PKV: Private Krankenversicherung

Wer hat noch nicht von den vermeintlichen Vorteilen der privaten Krankenversicherung gehört. Lockende Versprechen, kurze Wartezeiten für einen Termin bei einem Facharzt und bevorzugte Behandlungen gegenüber Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung. Doch wer diese Vorteile genießen möchte, muss dafür auch tief in die Tasche greifen.

Spezielle Leistungen erfordern spezielle Kosten und Beiträge. Wer in der privaten Krankenversicherung spart und „nur“ die Basics wünscht, spart zwar Kosten aber auch an Leistung. Denn in der privaten Krankenversicherung hast du als Versicherter die Auswahl zwischen vielen verschiedenen Optionen und Tarifen, vom Einsteiger bis zum Premiumtarif.

  • Privat versichern dürfen sich nur Selbständige, Beamte oder Studenten sowie Angestellte, die mit ihrem Einkommen bzw. Verdienst über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Diese Grenze liegt bei 60.750 Euro (Stand 2019). Bei Arbeitnehmern übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Prämie, jedoch nur bis zum Höchstsatz eines gesetzlich versicherten, welcher bei etwa 325 Euro liegt.
  • Nicht immer ist eine private Krankenversicherung ratsam, auch wenn generell ein Anspruch besteht. Befindest du dich erst einmal im System der privaten Krankenversicherung, ist es dank komplizierter Gesetze gar nicht so leicht, in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren.
  • Die Beiträge der privaten Krankenversicherung richten sich nicht nach dem Gehalt, sondern nach Alter, Gesundheit und den jeweiligen Leistungen der Versicherung.
  • Für jeden Versicherten ist ein eigener Beitrag fällig. Ehepartner und Kinder sind nicht beitragsfrei mitversichert!
  • Für einen guten Tarif muss ein Versicherter der PKV mit etwa 500 bis 600 Euro rechnen.
  • Im Alter steigen die Prämien der privaten Krankenkassen oft an.
  • Private Krankenversicherungen dürfen sich im Gegensatz zur GKV ihre Versicherten aussuchen und auch ablehnen. Gründe dafür können zum Beispiel Vorerkrankungen sein. Jedoch müssen PKV Kunden im Basis- und Standardtarif annehmen, unabhängig von der Gesundheit, insofern diese Person nicht in der GKV versicherungspflichtig ist oder bereits einmal privat versichert war.

Wie du siehst, solltest du dich bereits vor deinem Studium mit dem Thema Krankenversicherung auseinandersetzen. Für handfeste Informationen und genaue Kosten, wende dich bitte an entsprechende Krankenkassen. Viel Erfolg!

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (45 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf praktikumsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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