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Karriere-Booster Praktika: wie Du trotz unbezahltem Praktikum finanziell gut über die Runden kommst

Karriere-Booster Praktika: wie Du trotz unbezahltem Praktikum finanziell gut über die Runden kommst
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Inhalt:
  1. In welchen Bereichen unbezahlte Praktika besonders häufig vorkommen
  2. Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten vom Staat: BAföG, Stipendien sowie finanzielle Zuschüsse für Auslandspraktika
  3. 4 Tipps - So kannst Du neben einem unbezahlten Praktikum effizient ein paar Euros dazuverdienen
  4. KfW-Kredite als zusätzliche Möglichkeit, wie Du finanzielle Schieflagen während Deiner Praktikumsphase überwinden kannst
  5. Fazit: Wie Du während unbezahlter Praktika also finanziell doch ganz gut dastehst

Unbezahlte Praktikas gelten landläufig nicht nur als ideale Möglichkeit, praktische Fähigkeiten und Kenntnisse zu erwerben, sondern sind vor allem auch als gute Investition in die eigene, berufliche Zukunft zu sehen. Trotz guter Vorkenntnisse im Rahmen von universitären Hochschulstudien oder in Form von einer betrieblichen Ausbildung erworbenen Kenntnisse sehen sich heutzutage viele Absolventen dazu gezwungen, dem gerade erst erlangten, bildungstechnischen Abschluss noch ein etwaiges Praktikum anzuhängen. Bei diesem sollen dann nebst dem theoretischen Wissen auch praktische Kenntnisse in Erfahrung gebracht werden – so meint man. Viele – gerade junge – Leute bringt ein solches Praktikum jedoch an ihre finanziellen Grenzen, da diese zumeist auch vergütungsfrei sind.

So wird dieser Umstand vielerorts damit gerechtfertigt, dass der Praktikant zunächst in die verschiedenen Bereiche eines Unternehmens „hineinschnuppern“ muss, was für den entsprechenden Praktikums-Anbieter zum einen mit Kosten und zum anderen mit intensiver Personalbindung verbunden ist, da Praktikanten folglich auch vom Arbeitgeber betreut werden müssen. Wenn Du in so einer Situation nicht das Glück hast, aus reichem Elternhaus zu entstammen oder kurz nach dem Abschluss den Lotto-Jackpot geknackt hast, dann wirst Du Dich gezwungen sehen, Deine Praktikumskasse noch durch Nebenverdienstmöglichkeiten aufbessern zu müssen. Daneben gibt es aber auch noch zahlreiche, weitere Möglichkeiten, wie Du Dir die Zeit während Deines – potentiell unbezahlten – Praktikums finanziell gut gestalten kannst. Wir haben in diesem Zusammenhang einmal alle Fakten zusammengetragen und möchten Dir im Rahmen eines kurzen und informativen Textes diesbezüglich ein paar wertvolle Tipps und Tricks mit auf den Weg geben.

In welchen Bereichen unbezahlte Praktika besonders häufig vorkommen

Die Thematik „unbezahlte Praktika“ und die damit verbundenen Schwierigkeiten, die dadurch potentiell auf Dich zukommen werden, wird recht trefflich im US-amerikanischen Filmdrama „Das Streben nach Glück“ (engl. Originaltitel: „The Pursuit of Happyness“) aufgegriffen. In diesem muss sich der alleinerziehende Protagonist in Hinblick auf ein lukratives Job-Angebot zunächst durch ein unbezahltes Praktikum quälen, wodurch sich dieser großen, finanziellen Problemen ausgesetzt sieht. Und auch in der Realität sind derartige Praktika, selbst mit hohen Bildungsabschlüssen in der Tasche, eher die Regel als die Ausnahme. Egal ob in Form von Volontariaten, Referendariaten oder in etwaigen Trainee-Programmen: in den Bereichen Kunst und Kultur sowie Forschung und Entwicklung, im Gesundheitswesen und sozialen Bereich und stellenweise auch im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich treten unbezahlte Praktika dabei am häufigsten auf. So liegt die Häufigkeit unbezahlter Praktikumsstellen innerhalb der Geisteswissenschaften etwa zwischen Null und zwei Drittel, was heißt, dass je nach Unterbereich hier das entsprechende Praktikum mit einer Wahrscheinlichkeit in Höhe von bis zu 66 Prozent nicht bezahlt wird.

Das trifft vor allem auf jene Stellen zu, die eine umfangreiche Einarbeitungsphase benötigen und nicht selten auch nur in Verbindung mit Trainee-Stellen angeboten werden, die mitunter ebenfalls schlecht oder eben gar nicht vergütet werden. Wahrlich seltener wirst Du auf unbezahlte Praktikumsstellen jedoch in den so genannten „Mint“-Fächern – also: Science, Technology, Engineering and Mathematics, grob übersetzt: im naturwissenschaftlichen Bereich – antreffen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass diese Berufe häufig industriellen Hintergrund haben und in der freien Wirtschaft häufig bessere Vergütungsstrukturen vorherrschend sind, als im Bereich von Institutionen oder behördlichen Einrichtungen.

Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten vom Staat: BAföG, Stipendien sowie finanzielle Zuschüsse für Auslandspraktika

Grundsätzlich gibt es für Praktikanten, die dieses im Rahmen eines Hochschulstudiums durchführen, die Möglichkeit, dieses etwa durch BAföG-Leistungen kofinanzieren zu lassen. So hat jeder in Deutschland studierende Staatsangehörige den Anspruch auf BAföG-Leistungen, dessen zu bemessende Höhe jedoch maßgeblich vom Gehalt der Eltern abhängig ist. Etwaige BAföG-Sätze lagen 2017 bisweilen zwischen 0 und maximal 735 Euro pro Monat. Nur einen Teil dieses Darlehens musst Du nach der erfolgreichen Beendigung Deines Studienganges zurückzahlen – im Schnitt frühestens 5 Jahre später. Hast Du Dein entsprechendes Studium jedoch bereits abgeschlossen, greift diese potentielle Lösung aber nicht. Bis zu Deinem 26-igsten Lebensjahr im Anstreben auf Deinen ersten berufsqualifizierenden Abschluss haben Deine Eltern zudem Anspruch auf Kindergeld-Leistungen, die Dir diese unter Umständen, solltest Du z.B. eine eigene Wohnung bewohnen oder in einer WG untergekommen sein, monatlich zukommen lassen können – dieses beläuft sich auf derzeit 192 Euro bis zwei Kinder, 198 Euro bei drei Kindern und auf 223 Euro, solltest Du mehr als zwei Geschwister haben. Eine weitere Möglichkeit stellt die Beantragung von Wohngeld dar. Dieses stellt einen Zuschuss des Arbeitsamtes dar, welches Dir das Bezahlen Deiner Miete in gerade solchen Situationen erleichtern soll. Wohngeld kannst Du in diesem Zusammenhang bei Deiner jeweiligen Gemeinde oder beim zuständigen Wohngeldamt beantragen.

Unbezahlte Praktika während des Studiums kannst Du aber auch über bestimmte Stipendien finanzieren. Eigens für diese Zwecke gibt es zahlreiche Institutionen, die das Sammeln von Praxiserfahrung – auch im Ausland – durch etwaige Stipendien-Leistungen unterstützen. Ein solches Institut stellen z.B. die Stiftung für Begabtenförderung in der Landwirtschaft oder E.W. Kuhlmann-Stiftung, die sich auf die Bezuschussung von Praktika innerhalb von Non-Profit-Organisationen spezialisiert haben, dar. Besonders beliebt für die Finanzierung unbezahlter Auslandspraktika ist aktuell das Erasmus-Programm, welches studienrelevante Pflichtpraktika oder Freiwilligenpraktika weltweilt mit maximal 700 Euro pro Monat bezuschusst. Jene Förderungsmöglichkeit wird aktuell von insgesamt 33 Staaten weltweit unterschützt, hierunter alle EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen, Island, die Türkei und auch das Fürstentum Liechtenstein. Eine Bewerbung für das Erasmus-Programm muss über die jeweilige Hochschul-Einrichtung geschehen und kann sogar bewilligt werden, selbst wenn das etwaige Praktikum zeitlich gesehen erst ein Jahr nach dem erworbenen Abschluss stattfinden sollte. Das macht es natürlich für alle potentiellen Praktikanten, die unmittelbar nach Ihrem Studium ein unbezahltes Auslandspraktikum durchführen wollen, besonders interessant. Nebst allen genannten, staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten kannst Du aber auch selbst noch aktiv werden, um Deine Kasse im Falle eines unbezahlten Praktikums – ob nun im In- oder Ausland – aufzubessern, worauf im folgenden Abschnitt näher eingegangen werden soll.

4 Tipps - So kannst Du neben einem unbezahlten Praktikum effizient ein paar Euros dazuverdienen

  1. 450-Euro-Nebenjob: Die Möglichkeiten, wie Du Dir nebst den staatlichen Förderungen bei einem unbezahlten Praktikum einen guten Nebenverdienst aufbauen kannst, sind vielseitig. Besonders beliebt sind dabei 450-Euro-Nebenjobs. Bis zu dieser Grenze kannst Du sozialabgaben- und lohnsteuerbefreit nebenher jobben gehen, was Deine potentiell zu erhaltenden Sozialleistungen in keiner Weise beeinträchtigt.
  2. freiberuflich im Netz tätig sein: Eine weitere Möglichkeit sind freiberufliche Aktivitäten im Netz, wie z.B. das Verfassen kleinerer Texte für Internetportale oder Unterhalten einer eigenen Internetseite oder Blog mit eventuellen Werbeeinnahmen – doch hier aufpassen: diese sind steuerpflichtig und die entsprechenden Einkünfte müssen im Rahmen einer Einkommenssteuererklärung angegeben werden. 
  3. Handel über Verkaufsplattformen im Internet treiben oder auf Flohmärkten: Natürlich könntest Du aber auch Handel im Internet oder auf Flohmärkten betreiben, um Deine Kasse während dieses finanziellen Engpasses aufzubessern. Doch auch hier müssen die etwaigen Gewinne angegeben und versteuert werden, da Du hier mit Gewinnerzielungsabsicht Handel betreibst – unter Umständen musst Du hierfür zudem noch Umsatzsteuer zahlen und benötigst zudem auch einen Gewerbeschein, den Du bei Deinem zuständigen Gewerbeamt beantragen kannst. 
  4. passive Einkommensströme aus Aktien oder Anleihen: Die letzte – und in diesem Zusammenhang auch eher seltenere Variante – ist, das Du Dir mit Deinen potentiellen Ersparnissen einen passiven Einkommensstrom durch Dividendenaktien oder Unternehmens- sowie Staatsanleihen schaffst, von dessen Ausschüttungen Du die Engpässe während des unbezahlten Praktikums überbrücken kannst.

KfW-Kredite als zusätzliche Möglichkeit, wie Du finanzielle Schieflagen während Deiner Praktikumsphase überwinden kannst

Natürlich kannst Du Dein unbezahltes Praktikum auch durch einen entsprechenden Bildungskredit fördern und finanzieren lassen. Hierfür eignet sich besonders das KfW – das Kreditinstitut für Wiederaufbau – welches Dir unter Umständen ein zinsfreies Darlehen, in jedem Fall jedoch einen sich am aktuellen Leitzins der EZB orientierten Kredit zuspricht. Jenes Darlehens- und Kreditmodell ist eigentlich für Studenten fortgeschrittener Semester gedacht, kann jedoch auch von Praktikanten außerhalb des Studiums oder der Ausbildung dafür genutzt werden, um finanziell schwierige Phasen zu bewältigen. Die KfW genehmigt diesbezüglich Kredite zwischen 1.000 und maximal 7.200 Euro Kreditsumme, die entweder per Einmalauszahlung bedient werden oder auch in Form von vorher festgelegten, regelmäßigen, monatlichen Auszahlungen realisiert werden können. Z.B. erhält der Kreditnehmer hier entweder 100, 200 oder sogar 300 Euro im Monat für maximal 24 Monate, was einer Kreditsumme von insgesamt 7.200 Euro entspricht, womit dieser in der schwierigen Phase des unbezahlten Praktikums zusätzlich haushalten kann.

Fazit: Wie Du während unbezahlter Praktika also finanziell doch ganz gut dastehst

Wie Du siehst, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Du unbezahlte Praktika finanziell bequem überwinden kannst, auch ohne Dich dabei zwecks potentieller Doppelbelastung von Arbeit im Praktikum und Nebenjob zu überlasten. Durch die Kombination der genannten Möglichkeiten kannst Du Dir Dein unbezahltes Praktikum im In- oder Ausland nicht nur finanziell hervorragend gestalten, viel mehr kannst Du Dich während dieser Zeit auch auf das Wesentliche konzentrieren – nämlich Dein Praktikum – und hast diesbezüglich den Kopf frei. Scheue also keine gute Möglichkeiten, die Dir ein – vielleicht unbezahltes – Praktikum bescheren könnten und lass diese nicht an der ausbleibenden Bezahlung scheitern. Denn in jedem Fall sind Praktika jeglicher Art heutzutage gefragter denn je und eröffnen vielerorts Türen zu großartigen Karrieren in Betrieben, öffentlichen Einrichtungen oder Ämtern, weshalb Du derartige Chancen in jedem Fall wahrnehmen solltest trotz potentieller, finanzieller Engpässe, denen du Dich unter Umständen ausgesetzt sehen könntest.



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