praktikumsstellen.de Ratgeber Hochsensibilität: Was bedeutet das für dein Berufsleben?

Hochsensibilität: Was bedeutet das für dein Berufsleben?

Hochsensibilität: Was bedeutet das für dein Berufsleben?
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Inhalt:
  1. Was ist unter Hochsensibilität zu verstehen?
  2. Was unterscheidet Hochsensible zu anderen Menschen?
  3. Hochsensibel oder Hochsensitiv?
  4. Definition Sensibilität: Was genau ist das?
    1. Physische Sensibilität: Jeder Mensch ist sensibel
    2. Psychische Sensibilität: Besonderer Wahrnehmungsfilter
  5. Probleme mit dieser ausgeprägten Empfindsamkeit
    1. Nachteile der Hochsensibilität
  6. Hochsensibilität im Beruf: Fluch und Segen zu gleich
    1. Vorteile & Stärken der Hochsensitivität
  7. Berufswahl: Welcher Job passt zu hochsensitiven Menschen?

Sensible Menschen kennt vermutlich jeder. Diese Personen bekommen oft Sätze wie „Mensch, sei doch nicht so sensible“ oder „Stell dich nicht so an!“ zu hören. Vielleicht kennst du einen sehr sensiblen Menschen oder zählst selbst zu den Hochsensitiven. Menschen mit einer besonderen Wahrnehmung bleiben oft nicht unbemerkt und können unter anderen auffallen. Aber wie nehmen hochsensible Menschen den Arbeitsalltag wahr? Was sind die Vor- und Nachteile dieser Wahrnehmungsweise? Welche Berufe passen zu einem Hochsensiblen? Erhalte hier alle Infos zum Thema Hochsensibilität. 

Was ist unter Hochsensibilität zu verstehen?

Schätzungsweise sind 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel oder hochsensitiv. Diese Menschen nehmen ihre Umwelt anders und bewusster wahr. Die hochsensitiven Personen, high sensitiv person (HSPler), sind dennoch nicht alle gleich und können sich voneinander unterscheiden, sodass kein klassischer Typ von Hochsensiblen existiert.

Bei Hochsensibilität handelt es sich nicht um eine Krankheit, welche einer Therapie bedarf, vielmehr ist es eine angeborene Weise, wie das Nervensystem reagiert. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, welches von innen und außen beeinflusst wird und durch ein außergewöhnliches Einfühlungsvermögen und Empfinden gekennzeichnet ist. Oft wird Hochsensiblen vorgehalten, sie seien zu zart besaitet. 

Was unterscheidet Hochsensible zu anderen Menschen?

Hochsensible nehmen etwa Geräusche und Gerüche sowie optische Reize sehr viel intensiver wahr. Diese Empfindsamkeit wirkt sich auf ihre Persönlichkeit und den Alltag aus. Aber Hochsensibilität birgt für den Betroffenen nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile. 

Ein besonderes Gespür für die eigenen Umwelt, kann auch als Bereicherung gesehen werden. Und das in beruflicher, privater und sozialer Hinsicht. I

n einigen Situationen kann es zwar zur Reizüberflutung kommen, gleichzeitig besitzen Hochsensible die Fähigkeit, Informationen viel feiner wahrzunehmen und zu interpretieren.

Eigenschaften von sensiblen Menschen:

  • Viele hochsensible Menschen gelten als introvertiert, dies ist aber kein allgemeiner Wesenszustand von hochsensiblen Persönlichkeiten. 
  • Sie können nicht besonders gut mit Stress umgehen, was zu Konzentrationsmangel führen kann.
  • Hochsensible sind emotionaler und können sich sehr gut in ihr Umfeld hineinversetzen. 
  • Empfindungen von nahestehenden Personen werden geteilt.
  • Sie sind sehr empfänglich für Kritik, aber auch Lob

Hochsensibel oder Hochsensitiv?

Menschen können hochsensibel, aber auch hochsensitiv sein. Oft werden diese Begriffe im Volksmund synonym gebraucht, doch in ihrer Bedeutung unterscheiden sie sich.

Zwar treten Hochsensitivität und Hochsensibilität häufig gemeinsam auf, jedoch muss das, nicht immer der Fall sein.

Definition Sensibilität: Was genau ist das?

Der Begriff sensibel kommt von dem französischen Wort sensible, welches ursprünglich von dem lateinischen sensibilis stammt und mit Empfindungen, Gefühl zu übersetzen ist. 

Allgemein ist mit der Bezeichnung sensibel eine gewisse Reizempfindlichkeit, Empfindsamkeit und Feinfühligkeit gemeint.

Es ist zwischen einer physischen und psychischen Sensibilität zu unterscheiden.

Physische Sensibilität: Jeder Mensch ist sensibel

Die physische Sensibilität, auch als Irritabilität bekannt, ermöglicht dem Menschen unter anderem Gefahren wahrzunehmen und diesen aus dem Weg zu gehen. Auch Schmerzempfindsamkeit und kitzelig sein, zählen zur menschlichen Sensibilität.

Diese physische Sensibilität ist vollkommen normal und zeigt; jeder Mensch ist sensibel.

Psychische Sensibilität: Besonderer Wahrnehmungsfilter

Als psychische Sensibilität gilt die Hochsensibilität, welche sich auf die verstärkte Empfindsamkeit und Wahrnehmung von Reizen bezieht.

Menschen mit einer hohen Sensibilität nehmen ihre Umwelt intensiver und bewusster wahr.

Probleme mit dieser ausgeprägten Empfindsamkeit

Bereits in der Kindheit unterscheiden sich Hochsensible von anderen Altersgenossen. Im Säuglingsalter tritt die Entwicklungsphase das Fremdeln deutlicher hervor als bei anderen Babys. Weiter in der Kindheit und Jugend fallen diese Menschen mit ihren Besonderheiten auf und beschäftigen sich vorzugweise mit sich selbst.

Auch im Berufsleben ist es für Menschen mit einer intensiven Empfindsamkeit sehr wichtig, kleinere Auszeiten von der Routine zu bekommen. So wird verhindert, dass sich der Betroffene ausgelaugt oder ausgebrannt fühlt. Auf Dauer kann das Missachten der besonderen Bedürfnisse von Hochsensiblen im Arbeitsalltag zu einer erheblichen Belastung für die Gesundheit werden.

Nachteile der Hochsensibilität

  • Menschen wirken schüchtern und introvertiert.
  • ein gewisser Raum zum Rückzug ist nötig
  • Ruhephasen und Zeit für sich, erwecken den Anschein, nicht Teil der Gesellschaft sein zu wollen
  • Selbstzweifel können entstehen
  • (unbewusste) Ausgrenzung durch andere oder sich selbst
  • Anpassungsschwierigkeiten 

Hochsensibilität im Beruf: Fluch und Segen zu gleich

Nicht jeder Hochsensitive ist sich seiner besonderen Wahrnehmung bewusst, sodass der Arbeitsalltag oft einer Tortur gleicht. Und auch mit dem Bewusstsein über die eigene Feinfühligkeit und Sorgfalt kann ein Arbeitstag von dem Betroffenen sehr viel abverlangen. 

So wirkt sich die erhöhte Empfindsamkeit von Reizen auch auf die Stress- und Frustrationstoleranz des sensiblen Arbeitnehmers aus. Zusätzlich spüren Hochsensible nicht nur die eigenen Reize intensiver, sondern auch die inneren Zustände und mentalen Spannungen der Kollegen und Mitmenschen. 

Diese besondere Wahrnehmung muss sich nicht zwingend negativ auswirken und kann im richtigen Umgang auch Vorteile haben. So besteht die Annahme, dass sich Hochsensitive besonders als Führungsperson bewähren.

Vorteile & Stärken der Hochsensitivität

  • sehr guter Sinn für Empathie und Gerechtigkeit
  • kreativ
  • Fähigkeit zur Kritik und Reflexion
  • Zuverlässigkeit und gewissenhaftes Arbeiten
  • erhöhen die Kooperationsbereitschaft und das Wohlbefinden ganzer Gruppen
  • steigern die Produktivität anderer
  • Chancen schneller erkennen und diese nutzen
  • ideal für Berufe, die Kreativität, Innovationsbewusstsein und Empathie unterstützen
  • ausgeprägtes konzeptionelles und kritisches Denken

Berufswahl: Welcher Job passt zu hochsensitiven Menschen?

Der erste Schritt zur richtigen Berufswahl ist es, die besondere Fähigkeit zu erkennen und gekonnt einzusetzen. Denn oft benötigen Hochsensible mehr Ruhephasen im Arbeitsalltag und müssen für einen reibungslosen Tagesablauf diese gewähren. 

Ansonsten kann es unter Umständen zu einer Reizüberflutung, Unsicherheit und negativen Auslegung der Persönlichkeitsmerkmale kommen. Sicherlich zählen einige Aspekte zu allgemein ungünstigen Arbeitsbedingungen für Beschäftigte, doch bei Hochsensiblen wirken diese verstärkt.

Ungünstige Arbeitsbedingungen für Hochsensible:

  • Druck und Kontrolle
  • Reizüberflutung in Großraumbüros
  • angespanntes und schlechtes Betriebsklima
  • starke Einschränkung von Kreativität und Flexibilität
  • mangelndes positives Feedback von Vorgesetzten
  • keine räumlichen Rückzugsmöglichkeiten
  • fehlende Ruhepausen

Als kreative Berufe gelten z. B. Fotografie, Mediengestalter, Produktdesign. Natürlich hängt die Berufswahl weiterhin von deinen persönlichen Interessen ab. Ein Praktikum bietet dir die Möglichkeit einen Beruf sowie ein Unternehmen besser kennenzulernen, um abzuschätzen, ob die Berufswahl für dich passend ist. 

Informiere dich vor einem Praktikum über den Arbeitgeber oder dessen Unternehmensphilosophie, so erhältst du einen ersten Eindruck. Auch für deine weitere Karriere ist es zu empfehlen, dass du auf ein angemessenes Arbeitsumfeld achtest. Nur so kannst du in Zukunft im Beruf glücklich und zufrieden werden.

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (27 Artikel)

Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf praktikumsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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