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Hilfe! Mein Chef ist ein Psycho! - Mit diesen Tipps überstehst du dein Praktikum trotzdem

Hilfe! Mein Chef ist ein Psycho! - Mit diesen Tipps überstehst du dein Praktikum trotzdem
© sirtravelalot | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Woran du erkennst, dass dein Chef ein Psychopath ist
  2. Warum sind so viele Chefs Psychos oder besser: Warum sind so viele Psychos Chefs?
  3. Warum ich?
  4. Überleben! Aber wie? – Die besten Strategien
  5. Durchhalten oder gehen? – Fazit

Endlich! Du hast es ergattert! Dein absolutes Traumpraktikum und dann das: Dein Vorgesetzter ist ein absoluter Psycho. Und mit diesem Menschen sollst du es jetzt noch wochen- oder gar monatelang aushalten, dir Anweisungen geben lassen und sogar etwas lernen? Ja! Warum auch nicht. Denn Psychopathen müssen nicht immer die kaltblütigen, manipulativen und rücksichtslosen Typen sein, als die man sie gemeinhin einstuft. Wissenschaftler der Universität Bonn haben in einer Studie sogar herausgefunden, dass es bei Führungspersönlichkeiten eine Art „positive Psychopathie“ gibt, die sogenannte „furchtlose Dominanz“.

Woran du erkennst, dass dein Chef ein Psychopath ist

Der klassische Psychopath ist cholerisch, rücksichtslos und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Stimmt! Zumindest oftmals, aber nicht immer. Doch zäumen wir das Pferd von vorne auf. Zunächst einmal handelt es sich bei einer Psychopathie um eine Persönlichkeitsstörung, die je nach Person unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Wie es dazu kommt, ist bis heute nicht letztgültig geklärt. Experten gehen von einer genetischen Veranlagung aus, aber auch ein Trauma in der Kindheit kommt als Auslöser infrage.

So unklar die Ursachen, so klar äußert sich eine solche Störung in gewissen Merkmalen und Verhaltensmustern. Häufig sind das:

  • Mangelnde Empathie und eine gewisse soziale „Unverträglichkeit“ mit Kollegen und Mitarbeitern, die darauf beruht, dass ein Psychopath nur sich selbst für wichtig hält.
  • Ein extrem ausgeprägtes Selbstbewusstsein mit einem Hang zur Selbstüberschätzung, das keinerlei Kritik anderer zulassen und annehmen kann.
  • Absolute Dominanz, die sich in unprofessionellen Wutausbrüchen äußern kann, sobald sich die jeweilige Person in ihrer Stellung angegriffen oder bedroht sieht.
  • Denn impulsives Verhalten ist ebenfalls ein Zeichen für eine Psychopathie.
  • Psychopathen können sich gut verstellen. Sie handeln oft gerissen, manipulativ und stellen die eigenen Ziele vor alles andere.
  • Dabei kommt ihnen ihr durchaus gewandtes und charmantes Auftreten zugute, mit dem es ihnen gelingt, andere leicht um den Finger zu wickeln.

Psychopathen können aber auch ganz anders. Besagte Studie hat nämlich gezeigt, dass Personen mit einer „furchtlosen Dominanz“ sehr wohl anständig und sozial mit ihren Mitmenschen umgehen können. Sie lassen sich als extrem tüchtig und fleißig, sehr selbstbewusst und stressresistent in allen Lagen charakterisieren. Zudem kennen sie keinerlei Angst, egal wie weitreichend die Entscheidungen sein mögen, die sie zu treffen haben. Ausschlaggebend dafür ist allerdings die Bildung. Ein „vernünftiges“ Verhalten von einem psychopathisch veranlagten Boss ist nur dann zu erwarten, wenn dieser über einen hohen Bildungsstand verfügt. Je niedriger der Bildungsstand, desto eher tendiert eine Führungspersönlichkeit zum klassischen ignoranten, ausrastenden Psycho.

Warum sind so viele Chefs Psychos oder besser: Warum sind so viele Psychos Chefs?

Darf man den Schätzungen der Wissenschaftler Glauben schenken, weist etwa jede zehnte Person in einer Führungsposition psychopathische Züge auf – manche Studien gehen sogar von einer noch höheren Zahl aus. Überwiegend handelt es sich dabei um Männer. Auch nach Berufszweigen lässt sich unterscheiden: In Banken, Versicherungen und im Vertrieb sind die meisten Psychopathen zu finden. Geld steht für Macht und Status und das ist es, was diese Menschen suchen und brauchen.

Doch warum tun sie sich bei all den zwischenmenschlichen Defiziten so leicht damit die Karriereleiter emporzuklettern und dabei die eine oder andere Stufe sogar zu überspringen?

  • Zum einen orientieren sich Unternehmen, wenn es um die Besetzung einer Stelle in gehobener Position geht, gerne an guten Abschlüssen und überzeugenden beruflichen Qualifikationen. Die Persönlichkeit eines Bewerbers bleibt oft im Hintergrund.
  • Viele Psychopathen sind wahre Meister darin soziale Kompetenz, sogenannte „soft skills“, vorzutäuschen und die Personalverantwortlichen von sich zu überzeugen.
  • Auch die Rücksichtslosigkeit, ja Skrupellosigkeit, mit der sie ihre Ziele verfolgen, kommt ihnen in solchen Situationen sicherlich zupass. Wer sich ihnen in den Weg stellt, wird meist gnadenlos beiseite geräumt.
  • Zum anderen bringen Führungskräfte mit psychopathischen Zügen Fähigkeiten mit, die vielen ihrer Kollegen fehlen.
    Sie sind knallharte Arbeitstiere, die morgens als Erster da sind und abends als Letzter gehen.
  • In Krisensituationen sind sie diejenigen, die immer die Ruhe bewahren. Das alleine hat eine positive Wirkung auf Mitarbeiter und Kollegen.
    Ebenso strahlen sie durch ihre Selbstsicherheit ein gewisses Vertrauen darauf aus, dass alles gut läuft und in Ordnung ist.
  • Nicht zuletzt sind psychopathisch veranlagte Menschen sehr risikobereit. Und vor allem in der Geschäftswelt gilt oft das Motto: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Unangenehme oder unpopuläre Entscheidungen zu treffen – für einen Psychopathen also kein Problem.

Warum ich?

Wie hoch deine Chancen stehen, beim Praktikum unter die Führung eines wahren Psychochefs zu geraten, kannst du dir ausrechnen. Doch ist das noch lange kein Grund alles hinzuschmeißen. Du kannst lernen, wie du mit solchen Menschen umgehen und letztendlich von deinen gemachten Erfahrungen profitieren kannst. Zunächst einmal musst du dir allerdings darüber im Klaren sein: Du wirst deinen Chef nicht ändern! Das haben vermutlich schon ganz andere versucht und sind wahrscheinlich kläglich gescheitert, denn psychopathische Eigenschaften lassen sich nicht einfach „wegerziehen“. Fällt dein Vorgesetzter unter die Kategorie der „furchtlosen Dominanz“, solltest du eigentlich keine Probleme mit ihm bekommen. Ist er allerdings einer von der schlimmen Sorte, gibt es einige Verhaltensweisen, mit denen du dich erfolgreich durch dein Praktikum „kämpfen“ kannst.

Überleben! Aber wie? – Die besten Strategien

  • Es sagt sich leicht, aber ein selbstsicheres Auftreten – auch als Praktikant – wird bei deinem Chef Eindruck hinterlassen. So nimmt er dich erst gar nicht als potenzielle Zielscheibe wahr.
  • Ebenso gilt der Grundsatz: Selbst wenn du unsicher bist – und das ist fast jeder, wenn er sich einer neuen, ungewohnten Aufgabe stellen muss – lass dir diese Unsicherheit nicht anmerken. Psychopathen stürzen sich immer zuerst auf die vermeintlich schwächsten und sensibelsten Mitarbeiter.
  • Achte darauf, welche Verhaltensweisen und Angewohnheiten deinen Boss besonders schnell auf die Palme bringen und vermeide diese in seiner Gegenwart. Kann er es beispielsweise überhaupt nicht leiden, wenn jemand unpünktlich ist, dann achte besonders darauf, stets pünktlich zu sein.
  • Überlege dir zweimal, ob es die Sache Wert ist, bevor du deinem Vorgesetzten widersprichst. Im Zweifelsfall gilt der Grundsatz: Lieber still sein und sich seinen Teil denken. Doch Achtung! Das heißt nicht, dass du dir alles gefallen und dich ausnutzen lassen musst.
  • Suche nur den nötigsten Kontakt und dann am besten per E-Mail. Das hat nicht nur den Vorteil, dass du dich nicht persönlich mit deinem Chef auseinandersetzen musst und dabei Gefahr läufst anzuecken, sondern dient ferner der Dokumentation. Im Zweifelsfall kannst du anhand des Schriftverkehrs dir erteilte Aufgaben, Absprachen und ein eventuelles Fehlverhalten des Weisungsbefugten problemlos belegen.
  • Wende dich bei Fragen, Problemen oder für eine ehrliche Bewertung deiner Arbeitsleistung an einen oder mehrere Kollegen, mit denen du dich gut verstehst. Das sollte allerdings nicht unbedingt direkt vor der Nase deines Chefs geschehen, denn er wird es als persönlichen Angriff werten und bei nächster Gelegenheit zurückschlagen.
  • Kommt es doch einmal zum Konflikt oder einer direkten Auseinandersetzung gilt es Ruhe zu bewahren, auch wenn es dir noch so schwer fallen mag. Wenn du mit gleicher Keule zurückschlägst, hilft dir das nicht weiter, ganz im Gegenteil.
  • Letztendlich hast du immer noch die Möglichkeit, dich an den nächsthöheren Vorgesetzten, die Personalabteilung oder den Betriebsrat zu wenden. Dabei ist es selbstredend nie schlecht, wenn einige Kollegen dir zur Seite stehen und deine Vorwürfe untermauern können.

Durchhalten oder gehen? – Fazit

Du allein bist es, der beurteilen kann, wie groß der Leidensdruck unter deinem psychopathischen Vorgesetzten für dich ist. Hast du jegliche Freude an deinem Praktikum verloren? Oder hast du vielleicht sogar Angst davor wieder ins Büro, die Werkstatt oder den Betrieb zu müssen? Dann überlege dir, ob dieser Absatz im Lebenslauf die Qualen wert ist. Aber halte dir bei dieser Überlegung immer vor Augen: Es sind nur wenige Wochen oder Monate, die du bei diesem Arbeitgeber und unter der Fuchtel deines Psychobosses verbringst, danach kannst du wieder gehen. Du musst es also nicht auf Dauer mit deinem schwierigen Vorgesetzten aushalten. Solltest du allerdings zu der Überzeugung gelangen, dass es wirklich überhaupt nicht klappt, dann hast du immer noch die Option das Praktikum vorzeitig zu beenden und dir eine neue Stelle zu suchen. Du musst dir nicht alles gefallen lassen. Ein freundlicher Umgangston und gegenseitiger Respekt sollten die Grundlage eines jeden Arbeitsverhältnisses bilden. Bevor du dich ernsthaft in Gefahr begibst, dir, was die körperliche und seelische Gesundheit anbelangt, zu schaden, zieh die Reißleine. Überwiegen aber die positiven Aspekte, eine spannende Tätigkeit, ein toller Lerneffekt, kompetente Kollegen, dann halte durch. Wie du dich auch entscheiden wirst – eine Erfahrung für die Zukunft hast du auf alle Fälle gesammelt. Und die wird dir im späteren Arbeitsleben vielleicht noch von großem Nutzen sein können.

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