praktikumsstellen.de Ratgeber Ghostwriting im Studium: Was ist erlaubt?

Ghostwriting im Studium: Was ist erlaubt?

Ghostwriting im Studium: Was ist erlaubt?
© Andrey_Popov | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Was ist Ghostwriting?
    1. Ghostwriting im akademischen Bereich
    2. Woher stammt Ghostwriting?
  2. Wann ist Ghostwriting im Studium nicht erlaubt?
    1. Ghostwriting im Studium: Rechtliche Regelungen bei Täuschungen
  3. Wie funktioniert Ghostwriting im Studium?
    1. Kosten für Ghostwriting von wissenschaftlichen Arbeiten
    2. Ghostwriting an der Uni: Kannst du auffliegen?
    3. Mögliche Konsequenzen durch Ghostwriting im Studium
  4. Ghostwriting an der Uni: Was ist erlaubt?
  5. Vor- und Nachteile vom Ghostwriting in der Uni
    1. Vorteile Ghostwriting: Deshalb ist Ghostwriting so verlockend
    2. Nachteile Ghostwriting: Finger weg vom Ghostwriting

Im Studium begegnen dir immer wieder schriftliche Studienarbeiten, wie Hausarbeiten oder Abschlussarbeiten. Einige Studierende tun sich mit dem Verfassen von wissenschaftlichen Texten schwer, da ist doch Ghostwriting genau die richtige Lösung, oder? Wie viel Hilfe darfst du dir beim Verfassen deiner Arbeiten holen? Was ist erlaubt und was verstößt gegen das Gesetz oder universitäre Vorgaben?

Was ist Ghostwriting?

Unter Ghostwriting versteht sich ein Verfasser, der für andere Personen einen Text schreibt. Kunden beauftragen sogenannte Ghostwriter, der Textverfasser, mit dem Schreiben eines Werkes, eines Textes oder einer Arbeit. Die Gründe für Ghostwriting sind unterschiedlich, oftmals fehlt den Auftraggebern Zeit, Wissen oder die Fähigkeit zum Verfassen gewünschter Texte.

Ghostwriting kann einzelne Texte, Reden, aber auch ganze Bücher oder eine Biographie umfassen. Häufig greifen Politiker oder Prominente auf Ghostwriter zurück, was oftmals schon für Schlagzeilen und Skandale sorgte.

Jedem bekannt, ist wohl der Guttenberg-Skandal. Grundsätzlich ist Ghostwriting legal und nicht verboten, es ist eine Dienstleistung.

Ghostwriting im akademischen Bereich

Möchtest du als Studierender einen Ghostwriter nutzen, wird das als akademisches Ghostwriting bezeichnet. Zu den Aufgabenbereichen gehören Masterarbeiten, Bachelorarbeiten und Hausarbeiten. Quasi Studienarbeiten aller Art.

Woher stammt Ghostwriting?

Es handelt sich beim Ghostwriting um keine Erfindung der Neuzeit. Bereits in der Antike war das Ghostwriting ein gängiges Verfahren: irgendjemand verfasste einen Text, der von einer anderen Person als sein geistiges Eigentum bezeichnet wird.

Besonders im universitären Bereich und nach dem bekannten Skandal um Ex-Doktor zu Guttenberg stellst du dir als Studierende/r die Frage, was geht eigentlich und was ist verboten oder gar illegal?

Wann ist Ghostwriting im Studium nicht erlaubt?

Es ist nicht erlaubt, Hausarbeiten, Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten sowie ganze Textpassagen, von einem Ghostwriter schreiben zu lassen. Das Verfassen der Arbeit, sowie deren Inhalte und Struktur ist die Studienleistung des Studierenden. Nur darin lassen sich die wissenschaftlichen Fähigkeiten des Studierenden erkennen, welche geprüft und bewertet werden.

Lässt du deine Studienleistungen und Arbeiten von einer anderen Person verfassen, wirst du dich nie mit der Thematik des wissenschaftlichen Arbeitens beschäftigen und dazu lernen. Du stehst dir mit dem Ghostwriting selbst im Weg und blockierst deinen Lernerfolg. Wenn du dich selbst nicht mit wissenschaftlichen Arbeiten auseinander setzt, wirst du es nie lernen bzw. dich verbessern.

An sich ist Ghostwriting nicht illegal, ganz im Gegenteil, es ist eine ganz normale Dienstleistung. So kannst du die Arbeit eines Ghostwriters als Inspirationsquelle für deine wissenschaftliche Arbeit nutzen, ohne einen Fehler zu machen.

Du überschreitest erst dann die Grenze, wenn du eidesstattlich versicherst, der Urheber deiner Arbeit zu sein, obwohl es nicht der Fall ist und dieses zu Erlangung eines Titels missbrauchst.

Ghostwriting im Studium: Rechtliche Regelungen bei Täuschungen

Grundsätzlich ist klar, wer eine fremde Arbeit als seine eigene Leistung darstellt, täuscht bewusst seine Hochschule und fälscht eine Prüfungsleistung.

War dir das nicht bewusst? Dann ist es dir jetzt wohl klar: du täuscht damit deinen Prüfer, um eine Leistung abzugeben, die nicht von dir selbst stammt.

Problematisch ist es insbesondere, da du eine Eides Stattliche-Erklärung abgibst und damit versicherst, dass die vorliegende Arbeit dein eigenes geistiges Eigentum sei. Ist das nicht der Fall, kommst du mit §156 des Strafgesetzbuches (StGB) in den Konflikt. Weiterhin erfüllst du damit laut §267 StGB den Tatbestand einer schriftlichen Lüge. Klingt ganz schön beängstigend, oder?

Ist es auch, denn im schlimmsten Fall kann dieser Täuschungsversuch als eine Urkundenfälschung gesehen werden.

Wie funktioniert Ghostwriting im Studium?

Als Studierende/r kommst du über eine Agentur an die gewünschte Dienstleistung, dank Internet findest du mit wenigen Klicks eine Auswahl an passenden Ghostwriting-Agenturen. In der Agentur sind diverse Autoren beschäftigt, die in der Regel einen akademisch höheren Abschluss als du haben.

Natürlich kann nicht jeder x-beliebige Verfasser deine wissenschaftliche Arbeit schreiben, immerhin muss er mit den Regeln des wissenschaftliche Arbeitens und verfassen von Arbeiten vertraut sein sowie thematisches Wissen des jeweiligen Faches vorweisen.

Bei der Agentur kannst du verschiedene Pakete buchen und je nach Umfang und Preis, umfassen die Ghostwriting-Aufträge die gesamte Studienarbeit inklusive Plagiatsprüfung mit Hilfe einer Software. Dadurch kannst du laut Agenturen auf Nummer sicher gehen, dass es sich um ein Unikat handelt und keine Kopie einer bereits vorhanden Arbeit zu deinem Thema.

Neben dem Verfassen deiner Arbeit, kannst du auch bestimmte Einzelleistungen in Auftrag geben, dazu zählen zum Beispiel Korrekturlesen oder Beratung zum wissenschaftlichen Schreiben.

Kosten für Ghostwriting von wissenschaftlichen Arbeiten

Wie viel dich der Auftrag kostet, hängt von der Agentur und der wissenschaftlichen Arbeit ab. Die Kosten orientieren sich an folgenden Faktoren:

  • Umfang der wissenschaftlichen Arbeit
  • Dringlichkeit
  • Studienfach
  • Ausgangslage

Eine Literaturarbeit ist im Vergleich zu einer empirischen Forschungsarbeit günstiger. Weiterhin richtet sich der Preis auch nach dem angestrebten akademischen Niveau.

Ghostwriting an der Uni: Kannst du auffliegen?

Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit dafür, dass das Ghostwriting im universitären Bereich nicht auffliegt, auch, wenn die meisten Ghostwriting-Agenturen mit ihrer Plagiatsprüfung dafür garantieren.

Vor allem bei deinen Prüfern und Zweitkorrektoren, kann durch einen stark veränderten Sprachstil, Misstrauen aufkommen. Insbesondere, wenn du häufiger bei besagten Personen schriftliche Arbeiten geleistet hast und sie somit deinen Stil und die Arbeitsweise kennen.

Doch selbst dann haben Hochschulen prinzipiell wenig in der Hand, um den Verdacht zu bestätigen. Trotzdem solltest du es nicht darauf ankommen lassen. Bereits der Verdacht einer Täuschung, kann dich in ein sehr schlechtes Licht rücken.

Mögliche Konsequenzen durch Ghostwriting im Studium

Hast du bewusst eine wissenschaftliche Arbeit von einem Ghostwriter verfassen lassen, solltest du dich nicht in Sicherheit wähnen, es kann jederzeit auffliegen. Wirst du entdeckt, kann das für dich schwerwiegende Folgen haben, bis hin zum Entziehen deines erworbenen Titels.

Hochschulen verstehen beim Thema Ghostwriting keinen Spaß und prüfen Arbeiten immer genauer auf mögliche Plagiatshinweise oder den Verdacht des Ghostwritings. Mittlerweile nutzen auch Prüfer und Dozenten bestimmte Programme, um die wissenschaftlichen Arbeiten auf Plagiate zu prüfen.

Ghostwriting an der Uni: Was ist erlaubt?

Prinzipiell ist Ghostwriting nicht verboten, auch im universitären Bereich darfst du auf diese Art der Unterstützung zurückgreifen. Insofern, du deine Arbeiten nicht vollständig von einem Ghostwriter verfassen lässt!

Ein Ghostwriter kann dir helfen, Fehler in der Rechtschreibung und Grammatik zu korrigieren und prüfen, ob du die Arbeit wissenschaftlich genug geschrieben hast. Mit diesen Hinweisen und Korrekturen lernst du als Studierende/r deine Fähigkeiten zu verbessern und kannst an deinem wissenschaftlichen Texten arbeiten.

Als Grauzone gilt es, sich Hilfe bei der Themenwahl oder Unterstützung des Schreibprozesses durch einen Ghostwriter zu holen. Generell spricht nichts gegen die Unterstützung von Ghostwritern, wenn du dich etwa in einem festgefahrenen Schreibprozess befindest und eine Schreibblockade hast. Als beratende Funktion ist ein Ghostwriter akzeptabel, insofern diese sich nicht in eine entscheidende Funktion entwickelt.

Zusammenfassend steht fest, Ghostwriting ist erlaubt

  • als Inspiration.
  • als Unterstützung.
  • als Korrektur.

Vor- und Nachteile vom Ghostwriting in der Uni

Letztendlich kannst nur du die richtige Entscheidung treffen. Natürlich bringt das Ghostwriting Vor-und Nachteile mit sich. Abschrecken sollte dich die Abgabe einer Ghostwriting-Arbeit, da du dich dadurch juristisch gesehen auf sehr dünnem Eis bewegst.

Vorteile Ghostwriting: Deshalb ist Ghostwriting so verlockend

  • Erleichterung für Studierende: Wissenschaftliche Arbeiten stellen viele junge Menschen vor eine Herausforderung, weshalb ein Ghostwriter enorm viel Arbeit abnimmt und Studierende um diesen „Aufwand“ erleichtert.
  • Zeitersparnis durch Auftragsschreiben: Fakt ist, durch einen Ghostwriter sparen sich Studierende enorme Zeit, denn insbesondere am Semesterende haben Studis genug Prüfungen und Arbeit. Durch Ghostwriting bleibt Zeit für andere Leistungen oder gar Freizeit.
  • Sicherheit korrekter Inhalte: Diese Sicherheit versichern zumindest die Ghostwriting-Agenturen, denn die Autoren haben bestimmte Abschlüsse und das gewünschte Fachwissen deiner wissenschaftlichen Arbeit. Dadurch kann sich der Auftragnehmer sicher sein, dass der Ghostwriter sein Handwerk versteht.

Nachteile Ghostwriting: Finger weg vom Ghostwriting

  • Hohe Kosten: Prinzipiell kann sich nicht jede/r Studierende einen Ghostwriter leisten, die sind nämlich ganz schön teuer. Bei vollständigen Arbeiten musst du mit einem niedrigen vierstelligen Preis rechnen. Sollen Abschlussarbeiten von einem Ghostwriter geschrieben werden, liegen die Kosten im Bereich von mehreren tausend Euro. Wie du siehst, ist Ghostwriting ziemlich teuer.
  • Kein Lernerfolg: Beginnst du bereits bei Hausarbeiten das Ghostwriting, wirst du dich niemals mit dem wissenschaftlichen Arbeiten auseinander setzen. Es resultiert ein Kreislauf und du wirst immer wieder in Versuchung kommen, einen Ghostwriter zu buchen. Das geht nicht nur ins Geld, es bringt dich persönlich auch nicht weiter. Spätestens bei deiner Abschlussarbeit stehst du ohne wissenschaftliche Kenntnisse da.
  • Täuschungsversuch: Mit der Abgabe einer Arbeit, die du nicht selbst verfasst hast, übst du einen Täuschungsversuch aus. Das kann nicht nur interne Folgen in der Universität mit sich bringen, sondern auch strafrechtliche und juristische Konsequenzen haben.
  • Juristische Grauzone: Die Agenturen garantieren zwar eine hohe Sicherheit, dennoch bewegst du dich mit dem Ghostwriting in einem Graubereich. Du selbst hast die wissenschaftliche Arbeit nicht verfasst und es ist nicht dein geistiges Eigentum.

Wie du siehst gibt es viele Punkte, die gegen das Ghostwriting sprechen, zumindest, wenn du deine Prüfungsleitungen vollständig fremdschreiben lässt. Generell ist es im universitären Bereich nicht verboten, einen Ghostwriter zu engagieren. Korrektur, Inspiration und Unterstützung sind erlaubt. Überschreitest du jedoch bestimmte Grenzen, bewegst du dich in einem juristischen Graubereich, der im schlimmsten Fall schwerwiegende Folgen für dich haben kann.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (38 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf praktikumsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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