praktikumsstellen.de Ratgeber Frugalismus: Einkommen sparen und ab in die Frührente

Frugalismus: Einkommen sparen und ab in die Frührente

Frugalismus: Einkommen sparen und ab in die Frührente
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Inhalt:
  1. Definition Frugalismus
    1. Woher kommt die Idee des Frugalismus?
  2. Unterschied zwischen Frugalismus und Minimalismus?
  3. Vermögensaufbau: Wie sparen Frugalisten?
  4. Ist Frugalismus für jeden eine Option?
  5. Investieren im Frugalismus
  6. Ist Frugalismus für dich der richtige Lebensstil?
  7. Tipps für Frugalismus: So lebst du ein frugales Leben
    1. Tipp 1: Plane dein Essen
    2. Tipp 2: Unnütze Dinge verkaufen
    3. Tipp 3: Gebrauchte Gegenstände und Kleidung
    4. Tipp 4: Miete mit kleinerer Wohnung sparen
    5. Tipp 5: Sparen in Sachen Mobilität

Mit 40 Jahren bereits in Rente gehen: Klingt das für dich genau richtig? Mit dem Konzept des Frugalismus soll es klappen. Extrem minimalistisch leben und dabei monatlich mehr als die Hälfte deines Einkommens zurücklegen, sodass du in den frühen Ruhestand gehen und in finanzieller Freiheit leben kannst. Wie du dank Frugalismus möglichst früh aus der Arbeitswelt aussteigen kannst und was hinter diesem minimalistischen Leben steckt, erfährst du in diesem Artikel.

Definition Frugalismus

Der Begriff Frugalismus leitet sich vom lateinischen „frugalis“ ab und bedeutet so viel wie genügsam oder auch sparsam. Es handelt sich um einen Lebensstil, bei dem die Menschen einen sehr großen Teil ihres Einkommens sparen, um dadurch möglichst früh finanzielle Unabhängigkeit zu genießen. Das Ziel ist eine frühzeitige Rente, abseits der Arbeitswelt.

Wer sich für Frugalismus entscheidet, möchte in der Regel langfristig und ausschließlich von privaten Ersparnissen leben können. Reichtum steht also nicht an oberste Stelle. Vielmehr ein unabhängiges Leben, dass nicht von der Arbeit beherrscht wird. Ist das Sparziel erreicht und können Frugalisten langfristig von diesem Vermögen leben, ist ein üppiger Lebensstil in der Regel nicht möglich. Das Leben bleibt also weiterhin eher bescheiden.

So ist Frugalismus ein auf lange Sicht ausgerichteter Lebensstil, der sicherlich nicht für jeden realisierbar und erstrebenswert ist. Könntest du dir vorstellen, so einen extremen Lebensstil zu führen, um möglichst früh unabhängig von der Arbeitswelt zu sein?

Woher kommt die Idee des Frugalismus?

Geprägt wurden der Begriff und das Konzept des Frugalismus im Wesentlichen von dem US-amerikanischen Blogger Mr. Money Mustache. Bereits Ende der 90 Jahren hatten der Blogger und seine Frau mit einem extrem sparsamen Lebensstil bekommen. Die hohen Ersparnisse legte das Ehepaar gekonnt in Aktien an, sodass beide bereits mit 30 Jahren in den Ruhestand gehen konnten.

Ausgelöst durch Mr. Money Mustache und die Finanzkrise ab 2007, brach in den USA ein wahrer Frugalismus-Hype aus. Es bildete sich sogar eine richtige Frugalisten-Szene mit mehreren Tausend Anhängern.

Frugalisten entscheiden sich bewusst für ein sehr minimalistisches Leben. Es wird nur in materielle Dinge investiert, die wirklich gebraucht werden. So spielt beim Frugalismus ein konsequenter Verzicht eine wesentliche Rolle, aber auch ein überdurchschnittliches Gehalt und Investitionen. Das gesparte Einkommen wird möglichst gewinnbringend investiert.

Unterschied zwischen Frugalismus und Minimalismus?

Auf den ersten Blick scheinen Frugalismus und Minimalismus sich sehr zu ähneln, doch die beiden Lebensstile sind nicht miteinander gleichzusetzen. Ein wesentlicher Unterschied ist das Ziel der beiden Phänomene: Frugalismus zielt auf die finanzielle Unabhängigkeit, hingegen richten Minimalisten ihr ganzes Leben darauf aus, unnötige Dinge und Konsum abzulegen.

Frugalisten führen zwar ebenfalls einen sehr sparsamen Lebensstil und vermeiden unnötigen Konsum, jedoch mit dem Ziel, Geld zu sparen, und in Fonds, Immobilien oder Aktien anzulegen. Der Fokus liegt darauf, früh vom angesparten Geld und der Rendite leben zu können und dem Hamsterrad der Arbeitswelt zu entkommen.

Minimalismus steht hingegen für einen bewussten Konsumverzicht und einer Vereinfachung des Alltags und Lebens. Minimalisten trennen sich bewusst von überflüssigen Gegenständen oder suchen die Abgeschiedenheit in der Natur. Ein Vermögensaufbau steht beim Minimalismus nicht unbedingt im Vordergrund.

Vermögensaufbau: Wie sparen Frugalisten?

Im Durchschnitt sparen die Deutschen 10 Prozent ihres Einkommens, Frugalisten versuchen durch einen extrem sparsamen Lebensstil mindestens 50 Prozent, wenn nicht sogar 70 bis 80 Prozent des Einkommens im Monat zu sparen. Dieses Ersparnis wird größtenteils gewinnbringend angelegt.

Wer möglichst früh in Rente möchte, gegebenenfalls bereits im Alter von 40 Jahren, benötigt ein Vermögen im höheren sechsstelligen Bereich. Puh, klingt gar nicht so leicht. Ist es auch nicht. Möchtest du ein Vermögen in dieser Höhe erwirtschaften, benötigst du entweder ein überdurchschnittliches Gehalt oder noch besser eine sehr gute Anlagestrategie.

Ist Frugalismus für jeden eine Option?

Zugegeben, nicht jeder verdient im Monat so viel Geld, dass er 75 bis 80 Prozent seines Einkommens zur Seite legen kann. Besonders als Geringverdiener kannst du nicht dauerhaft so viel Geld sparen, weshalb clevere Investitionen für viele Frugalisten die zweite tragende Säule des Vermögensaufbaus sind.

Also grundsätzlich kann jeder einen frugalen Lebensstil führen, die Umsetzung bleibt jedem selbst überlassen. Wie viel Geld du im Endeffekt zurücklegst, ist ebenfalls deine Entscheidung. Vielleicht hast du ja auch ein Händchen für Investitionen und Geldanlagen. Aber wie investieren Frugalisten überhaupt?

Investieren im Frugalismus

Damit du eine möglichst frühe finanzielle Unabhängigkeit genießen kannst, solltest du deine Ersparnisse in ein breites Portfolio anlegen. Frugalisten setzten sich nicht selten sehr intensiv mit dem Kapitalmarkt und mögliche Anlagestrategien auseinander. So sparen sich die Frugalismus-Anhänger Geld für die Beratung durch einen Finanzexperten.

Ist Frugalismus für dich der richtige Lebensstil?

Spielst du mit dem Gedanken, einen frugalen Lebensstil zu führen? Dann solltest du vorher genau prüfen, ob du wirklich mit dieser Entbehrung leben kannst, ohne unglücklich zu werden. Im ersten Moment klingt der Ruhestand mit 40 fantastisch und wie ein Traum, doch die Einschränkungen im Frugalismus sollten nicht unterschätzt werden.

Mit einer Selbstreflexion und einigen Fragen kannst du für dich prüfen, ob Frugalismus zu dir passt.

  • Würdest du auf ein Auto oder den öffentlichen Nahverkehr verzichten und nur noch Fahrrad fahren?
  • Kannst du dauerhaft auf Unternehmungen wie Kino, Theater oder Restaurantbesuche verzichten?
  • Ist Camping-Urlaub als einzige Option für dich in Ordnung?
  • Kannst du Shopping-Touren extrem reduzieren oder besser vollständig darauf verzichten?
  • Bist du bereit, deine Wohnsituation zu verändern, um Geld zu sparen?

Kannst du all diese Fragen mit Ja beantworten, scheinen Verzicht und Veränderungen für dich kein Problem zu sein. Natürlich unterscheidet sich die Theorie erheblich von der Praxis. Deshalb bekommst du jetzt die besten Tipps für die Umsetzung eines frugalen Lebens beziehungsweise für den Start in den Frugalismus.

Tipps für Frugalismus: So lebst du ein frugales Leben

Möchtest du auch extrem sparen und ein Teil der frugalen Bewegung werden? Dann solltest du auf jeden Fall deine Gewohnheiten hinterfragen: Wo gibst du unbewusst Geld aus, obwohl es nicht nötig wäre? Gibt es Kosten, die du senken kannst?

Damit du über deine Ausgaben einen Überblick bekommst, kann ein Haushaltsbauch sehr hilfreich sein. Weitere Tipps für den Start in den Frugalismus:

Tipp 1: Plane dein Essen

Die Planung von Mahlzeiten und größeren Einkäufen wirkt sich langfristig positiv auf deine Ausgaben aus. So kannst du mit diesem scheinbar simplen Tipp bares Geld sparen. Überlege dir für eine Woche, was du kochen und essen möchtest. 

Durch den Essensplan kaufst du zwischendurch keine Lebensmittel oder überteuerte Snacks unterwegs. Nicht nur ein Essensplan ist nützlich, sondern auch das Vorkochen deiner Mahlzeiten: Kochst du Essen vor, sparst du neben Geld auch Zeit. Häufig greifen wir Menschen aus zeitsparenden Gründen zu teurem Fastfood vom nächsten Imbiss. Kochst du Mahlzeiten für mehrere Tage, portionierst und frierst diese ein, kannst du dir das Gericht nach Bedarf schnell aufwärmen.

Tipp 2: Unnütze Dinge verkaufen

Wir haben alle Dinge in den eigenen vier Wänden, die wir gar nicht benötigen oder brauchen. Viel zu viele Sachen sammeln sich über die Jahre an. Befreie dich von dieser Last und sortiere ungebrauchte Dinge aus: von elektronischen Geräten über Kleidung bis hin zu Möbelstücken.

Frag dich bei jedem Teil, ob du es wirklich noch brauchst. Wenn nicht, trenne dich davon und verkaufe es beispielsweise auf entsprechenden online Plattformen.
So befreist du dich nicht nur von Ballast, du verdienst sogar noch Geld, welches du für deine Frührente wohl gut gebrauchen kannst.

Tipp 3: Gebrauchte Gegenstände und Kleidung

Frugalisten kaufen nur Dinge, die sie wirklich brauchen. Wenn du dich für einen Kauf entscheidest, dann greif doch lieber auf gebrauchte Gegenstände oder Kleidungsstücke zurück. Du schonst so nicht nur deinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Bei gebrauchten Geräten musst du in Sachen Komfort und Flexibilität auf nichts verzichten. Es gibt viele online Plattformen, auf denen du gebrauchte elektronische Geräte, wie Laptops und Smartphones, kaufen kannst.

Tipp 4: Miete mit kleinerer Wohnung sparen

Besonders in Großstädten sind die Mieten wirklich extrem, dort müssen Mieter für kleine Zimmer bereits mehrere hundert Euro zahlen. Möchtest du mit deiner Wohnung Geld sparen, dann entscheide dich für eine Alternative zu deiner bisherigen Wohnsituation.

Du sparst Mietkosten, wenn du in einer kleineren Wohnung oder einem Zimmer lebst. Vielleicht verzichtest du auch auf die zentrale Lage und suchst dir eine Wohnung etwas außerhalb vom Zentrum, so wirst du sicherlich auch Mietkosten sparen.

Tipp 5: Sparen in Sachen Mobilität

Versuche dich so günstig wie möglich fortzubewegen: Ein Auto ist nicht nur in der Anschaffung teuer, es kommen auch jährliche und laufende Kosten auf dich zu. Am günstigsten kommst du zu Fuß von A nach B.

Viele Frugalisten verzichten in Städten auf ein Auto, oft ist die Fortbewegung mit dem Fahrrad oder zu Fuß sogar stressfreier und schneller, als im Stadtverkehr festzustecken. Lebst du nicht in der Stadt und brauchst ein Auto, um etwa zur Arbeit zu kommen, schaue dich doch nach anderen Möglichkeiten um und nutze Angebote wie Carsharing oder Fahrgemeinschaften.

Wie du siehst, kannst du mit dem Frugalismus eine Menge ansparen und eventuell sogar in Frührente gehen- ein Traum, den wohl viele haben. Doch dazu zählt neben Verzicht auch eine Menge Disziplin und Durchhaltevermögen. Zugegeben der frugale Lebensstil ist nicht für jeden eine Option.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (45 Artikel)

Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf praktikumsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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