praktikumsstellen.de Ratgeber Fernbeziehung im Studium: Kann das funktionieren?

Fernbeziehung im Studium: Kann das funktionieren?

Fernbeziehung im Studium: Kann das funktionieren?
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Inhalt:
  1. Was ist eine Fernbeziehung?
  2. Nachteile einer Fernbeziehung im Studium
    1. 1. Nachteil einer Fernbeziehung: Den Alltag lebt man allein
    2. 2. Nachteil einer Fernbeziehung: Nichts kann spontan, alles muss verabredet sein
    3. 3. Nachteil einer Fernbeziehung: Liebe auf Distanz ist nicht billig
  3. Vorteile einer Fernbeziehung im Studium
    1. 1. Vorteil einer Fernbeziehung: Die Liebe hält nicht nur an einem Ort
    2. 2. Vorteil einer Fernbeziehung: Selbstständig(er) sein und unabhängig(er)
    3. 3. Vorteil einer Fernbeziehung: Ekstase am Wochenende

Du hast deine Liebe bereits während der Schulzeit kennengelernt. Den Alltag habt ihr stets miteinander verbracht, und auch das Abitur wurde gemeinsam absolviert. Aber nun? Du gehst in die eine Stadt zum Studieren, dein/e Partner/in geht in die andere Stadt. Aber trennen wollt ihr euch nicht deswegen. Natürlich nicht; hat doch seit der Schule alles geklappt mit euch. Also: Fernbeziehung. Das klingt alles nicht wirklich romantisch. Aber so abwegig ist solch ein Leben heutzutage nicht mehr. In Deutschland führen etwa 13 Prozent der Bevölkerung eine Fernbeziehung über mehr als 200 Kilometer. Das ist oft bedingt durch das Studium, die Ausbildung oder den Job. Aber vielen Paaren gelingt diese Phase der Beziehung, manchen auch ein Leben lang. Also muss an dieser Liebe auf Distanz vielleicht doch auch etwas Positives dran sein. Wir zeigen dir hier deshalb nicht nur die allzu bekannten Nachteile einer Fernbeziehung während eines Studiums, sondern auch die Vorteile. Denn, man glaubt es kaum, auch die gibt es.

Was ist eine Fernbeziehung?

Fernbeziehung, das heißt: Nach der Arbeit heimkommen und alles ist dunkel. Mit Freunden essen gehen, nur ohne Partner/in. TV-Serien schauen und der Platz auf dem Sofa neben einem bleibt leer. Und man verbringt jede Menge Zeit mit skypen, im ICE oder in nervigen Gesprächen mit der Mitfahrgelegenheit im Auto. Einen gemeinsamen Alltag gibt es nicht mehr. Fernbeziehungen können sowohl frisch Verliebten, als auch erfahrenen Paaren einiges abverlangen. Es bedeutet, dass zwischen zwei Menschen eine Liebesbeziehung besteht, diese aber auf einer Ferne zueinander basiert. Das Paar kann sich nicht täglich oder regelmäßig sehen, manchmal liegen Tag, Wochen oder sogar Monate zwischen den letzten Treffen, da die Distanz zwischen Arbeits- bzw. Wohnort einfach viel zu groß ist. Es ist auch keine Seltenheit, das Liebesbeziehung über Landesgrenzen hinaus reichen.

Nachteile einer Fernbeziehung im Studium

1. Nachteil einer Fernbeziehung: Den Alltag lebt man allein

Unter der Woche, dort, wo während deines Studiums dein Alltag passiert, bist du meist ohne deine/n Partner/in. Wenn du morgens aufwachst, liegt da niemand neben dir. Statt eines gemeinsamen Frühstücks gibt es nur Whatsapp-Nachrichten, auf den Gutenmorgenkuss vom geliebten Menschen musst du verzichten, höchstens der kleine gelbe Smiley wirft dir eine Kusshand oder ein paar Herzen zu; wirklich innig fühlt sich das nicht an. Nach einem stressigen Tag in der Uni kommst du nach Hause, und da sitzt nicht dein/e Partner/in und wartet auf dich, sondern vielleicht dein mitgenommenes Meerschweinchen oder dein Mitbewohner oder dessen Besuch. Auch schön, aber vielleicht nicht das, wonach du dich nach einem anstrengenden Tag mit Vorlesungen und PowerPoint-Präsentationen sehnst. Denn eigentlich verspürst du ständig Sehnsucht!

2. Nachteil einer Fernbeziehung: Nichts kann spontan, alles muss verabredet sein

Stell dir folgende Situation vor: Deine nächste Vorlesung beginnt erst in einer Stunde, da wäre es doch schön, ganz spontan, mal eben kurz, einen schnellen Whatsapp-Funkspruch, entfernt eine Kaffeepause mit deinem Liebsten/deiner Liebsten einzulegen – aber „mal eben kurz“ gibt es nicht mehr. Und Whatsapp kannst du funken wie du willst, die Entfernung zwischen euch bleibt. Alles, wirklich alles, muss geplant oder verabredet werden. Freie Wochenenden müssen festgehalten werden, Termine müssen fest abgesprochen sein; Verabredungen zu verschieben ist schwierig, und dazwischen kommen darf eigentlich auch nichts, es gibt kaum Alternativen. Da erinnert so eine Fernbeziehung schnell mal an einen Vollzeitjob. Kein schöner Vergleich. Und wenn was schief geht, wenn etwas verschoben oder abgesagt werden muss – dann muss gegenseitiges Vertrauen da sein. Damit sich niemand diese Fragen: warum? wieso? weshalb? stellen muss und anfängt, am Partner zu zweifeln.

3. Nachteil einer Fernbeziehung: Liebe auf Distanz ist nicht billig

Ein ICE-Ticket für die Hinfahrt zum Liebsten/zur Liebsten, auf der Rückfahrt fährst du lieber mit einer  Mitfahrgelegenheit; dann noch zwei Theater-Karten, denn schließlich wollt ihr auch etwas Besonderes unternehmen, wenn ihr euch schon so selten seht. Da kann ein eigentlich normales Wochenende schnell mal 150 Euro extra kosten. Wenn man dann noch elegant essen gehen möchte usw. Nicht vergessen: du bist Student/in. Du nagst nicht am Hungertuch, aber mehr als das Notwendige gibt dein Deputat nicht her. Du bekommst es gerade mal so hin mit dem BAföG, der Unterstützung deiner Eltern oder einem 450,- Euro Nebenjob, deinen Lebensunterhalt zu finanzieren – wie soll man sich da noch eine Fernbeziehung leisten?
Eine Fernbeziehung kostet eben manchmal mehr. Ständiges Unterwegssein – und das ist man, wenn man pendeln muss zwischen Heim und Auswärts – ist generell ein bisschen teurer, als im alten Heimatstädtchen abends ein paar Freunde zu besuchen.

Vorteile einer Fernbeziehung im Studium

1. Vorteil einer Fernbeziehung: Die Liebe hält nicht nur an einem Ort

„Liebe greift auch in die Ferne, Liebe fesselt ja kein Ort“ – diese Erkenntnis trieb schon Friedrich Schiller um. Mit der beruflichen Mobilität – das ist nicht zu leugnen – wächst die Zahl der Fernbeziehungen. Und im Gegensatz zu Schillers Postkutschen-Zeiten ist eine solche Liebe dank moderner Kommunikations- und Transportmittel heute leb- und praktizierbar. Ohne Facebook, E-Mails, Skype, Handys und schnelle Zugverbindungen gab es für Verliebte früherer Tage eigentlich nur zwei Möglichkeiten: zusammenziehen oder man orientierte sich gemeinsam um. Diese modernen Technologien machen eine Fernbeziehung heute also definitiv möglich, aber was Schiller damals eigentlich mit diesem Satz gemeint hat, war, dass die (wahre, echte) Liebe, egal wo die Liebenden sich auch befinden mögen, immer hält. Und diese Romantik können sich vor allem Paare in einer Fernbeziehung beweisen.

Ob dies wirklich ein Vorteil ist, den eine Fernbeziehung da generiert, ist für manch einen wahrscheinlich diskutierbar. Eine romantische Vorstellung ist es aber auf jeden Fall – und Romantik war schon bei Schiller der Klebstoff und Kitt zahlreicher Paarbeziehungen. Denn der Moment der Sehnsucht nach dem Anderen, ist in einer Paarbeziehung von seiner Intensität her kaum zu steigern

2. Vorteil einer Fernbeziehung: Selbstständig(er) sein und unabhängig(er)

Wir erinnern uns: Fernstudium heißt, unter der Woche bist du oft ohne Partner/in; erst am Wochenende, und das vielleicht auch nicht 52x im Jahr, könnt ihr euch sehen. Um deinen Alltag während der Vorlesungs- und Seminarwochen musst du dich selbst kümmern. Diesen Punkt des alleinigen Alltags hatten wir bereits zu den Nachteilen einer Fernbeziehung eingeordnet, aber hier ist auch etwas Positives zu entdecken. Du kannst deine Woche und deinen Alltag so gestalten, wie du es am liebsten magst. Du musst keine Rücksicht nehmen und kannst dich ganz und gar auf deine Bedürfnisse einstellen. Die Wohnung kannst du so einrichten, wie es dir gefällt, der Putzplan gehört nur dir; und vor allem: du hast Zeit für Freunde, Kommilitonen und Hobbies. Du kannst um die Häuser ziehen – ohne zu „fragen“. Niemand muss sich Sorgen machen, wenn du morgens um 5 noch nicht im Bett liegst. Und auch aus der Perspektive deines Studiums betrachtet: der fehlende Partner lässt dir mehr Zeit für dein Lernen; die Versuchung, die zu Hause an deiner Seite sitzt, die neben dir im Bettchen liegt, die fehlt einfach, und diese Zeit kannst du für dein Studium nutzen und konzentriert lernen. Denn du hast alle Zeit dafür, dir Tag und Nacht selbst einzuteilen.

3. Vorteil einer Fernbeziehung: Ekstase am Wochenende

Und dann ist Wochenende! Jener Zeitpunkt, nach dem du dich tagelang gesehnt hast. Bereits im Zug verspürst du große Vorfreude, und dann steht der geliebte Mensch auch noch am Bahnhof und holt dich ab – und das vielleicht nach einer so langen Beziehung, wie der Euren. Denn in einer Fernbeziehung bleiben die Wochenenden und Ferien oftmals „heilig“. Das kann selbst in einer jahrelangen Paarbeziehung noch lange das „Besondere“ bedeuten, es bleibt dadurch oft der Funken, der euren vielleicht seit einiger Zeit eingemotteten Beziehungssprengstoff wieder zum knallen bringen kann. Eine Fernbeziehung am Wochenende bleibt die Zeit, in der ihr das Paar-Sein richtig ausleben könnt, und somit bleibt diese Zeit noch lange wild und romantisch und kann am 100sten Wochenende noch genau so gestaltet werden, wie am allerersten Wochenende. Der langweilige Alltag einer Beziehung, jenes oftmals als grau empfundene Einerlei, über das sich so viele langjährige Partner beklagen, das bleibt dir noch lange erspart.

Tipp: So absurd das auch klingen mag, aber Paare in einer Fernbeziehung brauchen Pläne. Pläne, die sich nicht nach Stress anfühlen. Pläne, die die Tagesplanungen der Heim-Pärchen ersetzen können. Kurzfristige Pläne, wie das nächste Wochenende in Angriff zu nehmen, mittelfristige Pläne, wie vielleicht der nächste gemeinsame Urlaub verbracht werden kann und auch langfristige Pläne, wie der Frage nachzugehen „Ziehen wir irgendwann mal zusammen?“. Es ist sicher keine leichte Kunst, Pläne zu schmieden und dabei immer eine gewisse Leichtigkeit beizubehalten. Aber wenn das gelingt, dann wird auch die Beziehung, ob fern oder nah, gelingen. Ganz wie der alte Schiller schon wusste: „Liebe fesselt ja kein Ort“.

Bild: Charlotte Tappmeier
Charlotte Tappmeier (1 Artikel)

Charlotte Tappmeier studierte Germanistik und Literaturwissenschaften in Frankfurt a.M. und absolvierte ihren Master in Bielefeld. Bereits damals sammelte sie journalistische Erfahrungen als Freie Mitarbeiterin und arbeitete sowohl im Online- als auch im Print-Bereich. Ein Aufenthalt in Berlin führte sie in die Presse-und Öffentlichkeitsarbeit. Dort standen zahlreiche Veranstaltungen im Fokus, doch sie kam zurück zur Sprache: Sie verfasste ein Tagebuch-Roman – Doku-Fiktion über eine integrative Kindertagesstätte.

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