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Die Arbeitszeiten im Praktikum – So lange dürfen Praktikanten wirklich arbeiten

Die Arbeitszeiten im Praktikum – So lange dürfen Praktikanten wirklich arbeiten
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Inhalt:
  1. Gesetzliche Regelung für Praktikanten zwischen 15 und 17 Jahren
    1. Die Arbeitszeiten für minderjährige Praktikanten:
    2. Pausen während des Praktikums für minderjährige Praktikanten:
  2. Gesetzliche Regelungen für Praktikanten ab 18 Jahren
    1. Die Arbeitszeiten für volljährige Praktikanten:
    2. Pausen während des Praktikums für volljährige Praktikanten:
  3. Weitere Regelungen zur Arbeitszeit während des Praktikums

Praktikanten haben Rechte, genauso wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Der Unterschied zu Angestellten ist aber, dass Praktikanten ihre Rechte oftmals nicht kennen. Damit sollte aber Schluss sein! Hier erfährst du alles, was du zu den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten für Praktikanten wissen musst! Informiere dich über deine maximale Arbeitszeit pro Tag, wie viele Pausen dir zustehen, aber auch, welche Bestimmungen es bezüglich der Arbeit am Wochenende oder zu bestimmten Uhrzeiten gibt. Hier gibt’s die Infos zu den Arbeitszeiten während des Praktikums!

Gesetzliche Regelung für Praktikanten zwischen 15 und 17 Jahren

Die Arbeitszeiten für minderjährige Praktikanten:

Wenn du während deines Praktikums zwischen 15 und 17 Jahre alt bist, dann darfst du höchstens 8 Stunden pro Tag arbeiten. Deine Arbeitszeit muss nach 6 Uhr am morgen, und vor 20 Uhr am Abend sein. An Samstagen, Sonntagen und auch an Feiertagen darf dich dein Praktikumsbetrieb nicht einsetzen. Es gibt jedoch auch Branchen, in denen diese Ausnahmeregeln zur Arbeitszeit während des Praktikums nicht gelten. Zu diesen Ausnahmen gelten Praktika:

  • in Bäckereien
  • in Hotels
  • in Restaurants
  • in der Alten- oder der Krankenpflege
  • auf dem Bau
  • in der Landwirtschaft

Eine weitere Ausnahme kann der Besuch einer Messe sein, die an einem Samstag stattfindet und zu der du deine Kollegen begleiten sollst. Wenn du am Wochenende oder an einem Feiertag mal arbeiten musst, dann muss dir dein Betrieb noch in der gleichen Woche zum Ausgleich einen freien Tag geben.

Pausen während des Praktikums für minderjährige Praktikanten:

Die Pausenzeiten sind in den vorgegebenen Arbeitszeiten nicht inkludiert. Wenn du 8 Stunden am Tag im Praktikumsbetrieb arbeitest, dann steht dir eine Pause von einer Stunde zu. Dass bedeutet: Zusammen mit Pause und Arbeitszeit bist du dann insgesamt 9 Stunden im Unternehmen. Laut dem Jugendarbeitsschutzgesetz steht dir bei einer Arbeitszeit zwischen 4,5 und 6 Stunden eine Pause von 30 Minuten zu. Wer zwischen 6 und 8 Stunden arbeitet, hat das Recht auf eine Ruhepause von einer ganzen Stunde. Es gibt hier eine Zusatzregel: Nach 4,5 Stunden müssen minderjährige Praktikanten ihre erste Pause machen.

Gesetzliche Regelungen für Praktikanten ab 18 Jahren

Die Arbeitszeiten für volljährige Praktikanten:

Für volljährige Praktikanten gilt ebenso wie auch für Jugendliche, dass die tägliche Arbeitszeit bei 8 Stunden liegen sollte. Ausnahmen sind bei Praktikanten, die älter als 18 Jahre sind, aber durchaus erlaubt. Im Arbeitszeitgesetz steht nämlich, dass die Arbeitszeit regelmäßig 8 Stunden betragen soll. Das Wörtchen „regelmäßig“ weist darauf hin, dass über einen bestimmten Zeitraum die durchschnittliche Arbeitszeit bei 8 Stunden täglich liegen muss. So kannst du zum Beispiel an Tagen, an denen sehr viel zu tun ist, auch mal 9 Stunden im Betrieb arbeiten, dafür an Tagen, an denen weniger los ist, bereits nach 7 Stunden Feierabend machen (zum Ausgleich für die 9 Stunden) sodass deine regelmäßige Arbeitszeit im Durchschnitt dann eben 8 Stunden beträgt. Länger als 10 Stunden dürfen aber auch volljährige Praktikanten nicht beschäftigt werden.

Pausen während des Praktikums für volljährige Praktikanten:

Volljährige Praktikanten dürfen sich nicht über so großzügige Ruhepausen freuen wie minderjährige Praktikanten. Für erwachsene Praktikanten gilt: Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden ist eine Pause von 30 Minuten vorgeschrieben. Wer mehr als neun Stunden arbeitet, dem steht immerhin eine Pause von 45 Minuten zu.

Weitere Regelungen zur Arbeitszeit während des Praktikums

  1. In einigen Betrieben gibt es Schichtarbeit. Wenn du ein Praktikum in einem Unternehmen absolvierst, in dem die Arbeitszeiten in Schichten geregelt sind, dann darf die zulässige Schichtzeit 10 Stunden betragen. Hierin sind die Ruhepausen aber bereits beinhaltet.
     
  2. Pro Woche darfst du nur für 5 Tage beschäftigt werden. Diese sollten in der Regel die Werktage Montag bis Freitag sein. Sollte es zu einer Ausnahme kommen und man weiß bereits am Anfang der Woche, dass du auch am Samstag eingesetzt werden sollst, dann musst du noch in der gleichen Woche einen freien Tag bekommen, zum Beispiel den Mittwoch. Bei volljährigen Praktikanten darf dieser Ausgleich zur 5-Tage-Woche auch später stattfinden. Wenn du ein Praktikum in einer Branche absolvierst, in der die Arbeit am Wochenende üblich ist, dann muss darauf geachtet werden, dass du pro Monat trotzdem zwei Samstage und zwei Sonntage frei hast.
     
  3. Damit du dich zwischen Arbeitsende und erneutem Arbeitsbeginn auch genügend ausruhen kannst, gibt es auch hierfür gesetzliche Regelungen. Zwischen deinem Feierabend und dem Arbeitsanfang am nächsten Tag müssen mindestens 12 Stunden liegen. Du darfst also beispielsweise nicht bis 22 Uhr arbeiten, und am nächsten morgen bereits um 6 Uhr wieder beginnen.
     
  4. Eine Ruhepause gilt erst als Pause, wenn sie mindestens 15 Minuten beträgt. Mehrmals am Tag „kleine Pausen“ von jeweils 10 Minuten zu machen ist nicht zulässig. Wenn deine gesamte Pausenzeit 30 Minuten beträgt, dann könntest du diese am Stück machen oder zwei Pausen á 15 Minuten machen. Kürzer darf eine Pause allerdings nicht sein!
     
  5. Die Pause dient der Erholung und sollte daher nicht in Arbeitsräumen erfolgen. Hierbei gibt es eine Ausnahme: Wenn die Arbeit in diesem Arbeitsraum für die Pause eingestellt wird, dann ist der Aufenthalt dort während einer Pause zulässig. Generell gilt, dass es dem Praktikanten möglich sein sollte, sich während der Pause auch wirklich auszuruhen. Wenn im Pausenraum gerade Maler bei der Arbeit sind, dann ist diese Erholung zum Beispiel nicht gegeben, da das Ausruhen durch die Arbeiter beeinträchtigt wird.

Es ist empfehlenswert, die besprochenen Arbeitszeiten in einem Praktikumsvertrag festzuhalten. So bist du, aber auch dein Chef, rechtlich gesehen auf der sicheren Seite. In deinem Arbeitsvertrag sollte zudem stehen, wann du deine Arbeit jeden Tag beginnst, wann du diese beenden kannst, und wie deine Pausen geregelt werden.

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