- Was ist ein Fachpraktikum? Definition:
- Das Fachpraktikum zum Erreichen der Fachhochschulreife
- Das Fachpraktikum als Voraussetzung für ein Studium an einer Fachhochschule
- Das Fachpraktikum als Bestandteil des Studiums
Es gibt Pflichtpraktika, freiwillige Praktika, Hochschulpraktika, aber auch Schülerpraktika, Vorpraktika, und viele weitere. In diesem Dschungel von Fachbegriffen und unterschiedlichen Formen Berufserfahrung zu sammeln, muss man sich erstmal zurechtfinden. Doch dafür gibt es ja uns! Hier kannst du dich zu allen Themen rund um das Praktikum informieren! Im Folgenden geht es um das Fachpraktikum. Was das ist, für wen ein Fachpraktikum in Frage kommt, und was das Besondere daran ist, erfährst du genau hier!
Was ist ein Fachpraktikum? Definition:
Viele Praktika dienen dazu, generelle Einblicke in eine Branche zu erhalten. Manchmal lernt man auch einen konkreten Berufszweig mit all seinen unterschiedlichen Facetten kennen. Doch meist bleibt der Einblick, den man erhält, recht oberflächlich. Der Grund dafür ist, dass ein herkömmliches Praktikum oftmals keinen Schwerpunkt enthält. Bei einem Fachpraktikum ist das anders! Es dauert in der Regel länger als „normale“ Praktika und bietet ganz spezifische Einblicke in einen konkreten Fachbereich.
In einem Schülerpraktikum lernst du beispielsweise viele unterschiedliche Aufgaben kennen. Du hilfst mal hier, mal schaust du da über die Schulter, und dann zeigt man dir noch ein paar Sachen. Dadurch erhältst du zwar einen guten Eindruck davon, wie und woran in diesem Unternehmen gearbeitet wird, doch ein tieferes Verständnis von einem ganz bestimmten Gebiet erhältst du dadurch nicht. Ein Fachpraktikum vermittelt sehr viel Wissen. Deshalb dauert es auch meist mehrere Monate. Man wird als Praktikant intensiv eingearbeitet und kann dann selbstständig wichtige Aufgaben erledigen.
Weil das Fachpraktikum häufig in Verbindung mit einem Studium oder dem Besuch eines Berufskollegs verbunden ist, giltst du in dieser Zeit in erster Linie als Studentin oder Student, beziehungsweise als Schülerin oder Schüler. Daher steht dir in einem Fachpraktikum auch weder eine Vergütung, noch ein Anspruch auf Urlaubstage zu. Es gibt aber einige Unternehmen, die trotzdem ein Praktikantengehalt zahlen, freiwillig sozusagen. Häufig dürfen Praktikanten auch gratis in der Kantine des Unternehmens essen, als kleine Aufwandsentschädigung.
Das Fachpraktikum zum Erreichen der Fachhochschulreife
Die Fachhochschulreife, also das Fachabitur, ist wie der Name schon sagt eine fachbezogene schulische Ausbildung. Im Gegensatz zum herkömmlichen Abitur ist der Erwerb von Wissen auf einen ganz bestimmten Schwerpunkt ausgelegt. Besonders beliebt ist dabei das Fachabitur im kaufmännischen Bereich. Du kannst dein Fachabi aber auch an einer Schule machen, die sich auf einen sozialen oder technischen Bereich spezialisiert hat. Weil du mit dem Besuch dieser weiterführenden Schule fit für die Arbeitswelt gemacht wirst, darf eine gewisse Portion Praxis natürlich auch nicht fehlen. Die nötigen Erfahrungen in der Berufswelt erwirbt man idealerweise in einem Praktikum. Doch nicht mit irgendeinem Praktikum, sondern mit einem Fachpraktikum!
Auf diese Weise vertiefst du dein Wissen aus der weiterführenden Schule. Anstatt nur allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathe und Englisch, wirst du, je nach gewähltem Schwerpunkt, ganz spezifische Fächer haben. Im kaufmännischen Bereich wirst du auf Fächer wie Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, usw. stoßen. Im sozialen Bereich triffst du auf Fächer wie Erziehungswissenschaften, Kommunikation, praktische Philosophie, usw. Weil du in diesen Schulen so nah an der Berufspraxis unterrichtet wirst, liegt es natürlich nahe, dass du in praktischen Phasen dein Wissen in einem Unternehmen vertiefen kannst. In der Regel erwirbst du die Fachhochschulreife nur dann, wenn du entweder während oder nach der Schulzeit ein Fachpraktikum absolvierst. Genauere Infos dazu wirst du aber von deiner Schule bekommen!
Das Fachpraktikum als Voraussetzung für ein Studium an einer Fachhochschule
Der größte Unterschied zwischen einer Fachhochschule und einer Universität ist meist der, dass es an Fachhochschulen praktischer zugeht. Eine Uni macht dich fit für eine akademische Laufbahn, dass heißt, du wirst zu einem prima Wissenschaftler, Doktorand, Professor oder Dozent ausgebildet. Wer aber im Joballtag bestehen möchte, muss sich oftmals selbst darum kümmern, das ein oder andere Praktikum in die Semesterferien zu legen. Wer sich dagegen für ein Studium an einer Fachhochschule bewirbt, der kann mit bereits geleisteten Praxiserfahrungen punkten! Denn hier findet eine praxisnahe akademische Ausbildung statt. Theorie und Praxis verschmelzen, wodurch es für die Studierenden besonders wichtig ist, dass sie bereits Ahnung von der Praxis haben. Aus diesem Grund zählt neben einer Fachhochschulreife oder der Hochschulreife häufig auch ein zusätzliches Fachpraktikum als Zugangsvoraussetzung für ein Studium.
Das Fachpraktikum als Bestandteil des Studiums
Eine weitere Möglichkeit, ein Fachpraktikum zu absolvieren, ist in Form eines Pflichtpraktikums während des Studiums an einer Uni oder Fachhochschule. Dieses wird in erster Linie meistens Pflichtpraktikum genannt, doch handelt es sich genau genommen dabei um ein Fachpraktikum, denn: dein Studiengang gibt eine ganz bestimmte Richtung vor, in der das Praktikum absolviert werden soll. Der Ausflug in die Berufswelt ist von der jeweiligen Uni genauestens vorgeschrieben. Je nach Studiengang und gewähltem Schwerpunkt sollen die Studierenden in einem Fachpraktikum ganz spezifische Einblicke in ihren Fachbereich erlangen. Du kannst auf diese Weise herausfinden, ob dein Wahlfach auch in der Praxis deinen Interessen und Fähigkeiten entspricht, oder ob du dich nicht lieber auf einen anderen Schwerpunkt festlegen möchtest.
Ein weiterer Vorteil des Fachpraktikums während des Studiums ist, dass du bereits Kontakte in der Branche oder sogar in dem Unternehmen knüpfen kannst, in dem du nach deinem Studienabschluss einmal arbeiten möchtest. Unter Umständen besteht vielleicht sogar die Möglichkeit, dass du deine Abschlussarbeit in dem Unternehmen schreibst? Ebenfalls eine Option: Nach dem Praktikum als Werkstudent/-in in dem Betrieb weiter arbeiten und damit deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen! Du siehst, ein Fachpraktikum lohnt sich in jedem Fall!