praktikumsstellen.de Ratgeber Burnout-Gefahr: So vermeidest du Stress im Studium

Burnout-Gefahr: So vermeidest du Stress im Studium

Burnout-Gefahr: So vermeidest du Stress im Studium
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Inhalt:
  1. Was ist ein Burnout?
    1. Gängig ist folgende Einteilung in fünf Phasen:
  2. An welchen Symptomen erkennt man ein Burnout?
  3. Warum ist die Burnout-Gefahr im Studium hoch?
  4. Wer ist Burnout-gefährdet?
    1. Burnout-gefährdete Berufsgruppen
    2. Burnout-gefährdete Studenten
  5. Wie kann ein Burnout geheilt werden?
  6. Burnout-Gefahr: 5 Tipps gegen Stress im Studium
    1. Tipp 1: Zeitmanagement beachten
    2. Tipp 2: Nicht zu hohe Erwartungen haben
    3. Tipp 3: Nicht mit Kommilitonen vergleichen
    4. Tipp 4: Ausgleich schaffen
    5. Tipp 5: Ein Semester dranhängen

Studenten haben so viel Zeit, dass sie jeden Tag ausschlafen und ihr Leben so richtig genießen können! Das ist ein allbekanntes Klischee. Doch die Realität sieht oft anders aus. Deadlines für Hausarbeiten, Prüfungs- und Leistungsdruck und viele Dinge, die auf einmal erledigt werden müssen. Das alles kann zu Stress führen. Wenn man nicht aufpasst und eine stressige Phase für eine längere Zeit andauert, besteht sogar die Gefahr ein Burnout zu erleiden. Wir erklären dir, was ein Burnout genau ist, an welchen Symptomen du es erkennst und was du tun kannst, um Stress in deinem Studium gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Was ist ein Burnout?

Ein Burnout ist ein geistiger und körperlicher Erschöpfungszustand, der eintreten kann, wenn eine Person für einen längeren Zeitraum unter zu viel beruflichen Stress oder Überforderung leidet. Es stellt also eine mögliche Folge von einer langanhaltenden Überbeanspruchung dar. Betroffene verfallen nach einem Burnout manchmal sogar in eine Depression, also eine psychische Störung. Der Prozess verläuft meistens schleichend über einen längeren Zeitraum. Eine einzelne Situation ist meistens nicht Auslöser. Es gibt verschiedene Modelle, die den Verlauf der Erkrankung darstellen.

Gängig ist folgende Einteilung in fünf Phasen:

  • Phase 1: Anfangsphase (viel Motivation)
  • Phase 2: Stagnation (gebremstes Engagement)
  • Phase 3: Frustration
  • Phase 4: Apathie/ Teilnahmslosigkeit
  • Phase 5: Burnout (Lebenskrise)

An welchen Symptomen erkennt man ein Burnout?

Folgende Symptome kommen bei einem Burnout häufig vor:

  • Schlafstörungen
  • Ständige Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Erschöpfung
  • Leistungsabfall
  • Antriebs- und Lustlosigkeit
  • Schnelle Gereiztheit
  • Schlechte Laune
  • Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelverspannungen
  • Schlechte Konzentrationsfähigkeit
  • Hoher Blutdruck, Herzklopfen
  • Angstzustände
  • Innere Aufgewühltheit, ständiges Grübeln, Selbstzweifel
  • Kein Gefühl der Erholung, kein „Abschalten“ möglich

Warum ist die Burnout-Gefahr im Studium hoch?

Die Thematik Burnout kennt man vor allem aus dem Berufsleben. Der Chef gibt einem immer mehr Aufgaben, aber nicht mehr Arbeitszeit. Die Folge: Die Aufgaben stapeln sich auf dem Schreibtisch, man arbeitet ohne Pause unter viel Druck. Eine Zeit hält der Körper das vielleicht aus, aber nicht dauerhaft. Diese Problematik kann aber genauso im Studium vorkommen. Denn dort man steht unter einem ständigen Leistungsdruck. Jedes Semester aufs Neue muss man wichtige Klausuren bestehen und Abgabetermine für Hausarbeiten einhalten. Die Angst vor dem Versagen ist oft sehr groß.

Das kann einen selbstverständlich stressen. Hinzu kommt, dass das Studium eigenständig organisiert werden muss – man also vieles im Blick behalten muss. Neben Prüfungen und Abgabeterminen sind das zum Beispiel Fristen für die Bewerbung für das Auslandssemester oder für Praktika. Des Weiteren haben viele Studenten mit einer Doppelbelastung zu kämpfen. Denn sie müssen nicht nur Prüfungen im Studium bestehen, sondern oft auch nebenbei arbeiten, um sich beispielsweise eine Wohnung leisten zu können. All das können Stressfaktoren sein. Oft machen diese auch vor Wochenenden und Semesterferien nicht Halt. Das Gefühl, immer etwas zu tun zu haben, verhindert, dass sich der Körper erholen kann. Auf Dauer kann dies zu einem Burnout führen.

Wer ist Burnout-gefährdet?

Burnout-gefährdete Berufsgruppen

Es gibt bestimmte Berufsgruppen, in denen es wahrscheinlicher ist, ein Burnout zu erleiden. Dazu gehören zum Beispiel Lehrer, Polizeibeamte, Pflegekräfte, Sozialarbeiter oder Führungskräfte. Das hat folgende Gründe:

  • Oft Extremsituationen im Arbeitsalltag
  • Viel Verantwortung und Entscheidungsgewalt
  • Hoher Arbeitsaufwand
  • Großer und ständiger Leistungsdruck
  • Belastung durch unregelmäßige Arbeitszeiten, Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Familie und Beruf

Burnout-gefährdete Studenten

Das alles trifft auf Studenten nicht unbedingt zu. Wieso sind sie trotzdem Burnout-gefährdet? Das liegt daran, dass nicht nur äußere Umstände, sondern genauso auch persönlichkeitsbedingte Aspekte die Gefahr erhöhen. So sind Personen, auf die folgendes zutrifft, ebenfalls eher gefährdet, an einem Burnout zu erleiden:

  • Zielstrebigkeit
  • Perfektionismus
  • Ehrgeiz und viel Motivation
  • Idealismus
  • Streben nach Anerkennung und Lob
  • Hohe Erwartungen
  • Versagungsangst

Das bedeutet, dass allgemein eher die Menschen Burnout-gefährdet sind, die leistungsorientiert sind und selbst hohe Erwartungen an sich selbst haben.

Wie kann ein Burnout geheilt werden?

Diejenigen, die ein Burnout erleiden, müssen sich aber keine Sorgen machen. In der Regel ist es heilbar. Betroffenen werden entweder Medikamente oder eine Psychotherapie verschrieben. Welche Behandlung die richtige ist, entscheidet der Arzt. Die Heilungsdauer lässt sich nicht allgemein definieren, sondern ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Fest steht nur, dass Entschleunigung, also einen Gang runter schalten und den Stress vermeiden, wichtige Faktoren bei der Heilung von einem Burnout sind.

Burnout-Gefahr: 5 Tipps gegen Stress im Studium

Stressvermeidung – das ist das Stichwort, wenn man sich vor einem Burnout schützen will. Es ist gar nicht so einfach, schließlich müssen Fristen und Abgabetermine eingehalten werden. Mit diesen 5 Tipps gelingt es dir, zumindest etwas Stress zu minimieren.

Tipp 1: Zeitmanagement beachten

Stress entsteht oft, wenn man an eine Sache ungeplant herangeht und auf einmal die Zeit eng wird. Deswegen ist es wichtig, dass du dir frühzeitig einen Zeitplan machst, was du wann erledigen willst. Nimm dir hier nicht zu viel vor, damit es dir nicht zu schwerfällt, dich an den Zeitplan zu halten. Denn das ist Voraussetzung dafür, dass der Stress vermieden wird! Auch wichtig in deinem Zeitplan sind regelmäßige Pausen. Das sollten sowohl kurze Erholungspausen zwischendurch sein, um Sport oder einen Spaziergang zu machen, sowie freie Wochenenden, die dafür sorgen, dass deine Batterien wieder aufgefüllt werden können.

Tipp 2: Nicht zu hohe Erwartungen haben

Natürlich sind Ehrgeiz und Motivation im Studium richtig und wichtig. Denn im Studium muss man sich viel mehr selbst organisieren als in der Schule. Das klappt besser, wenn man motiviert ist. Gefährlich wird es aber, wenn die Erwartungen zu hoch sind. Denn dann setzt man sich selbst unter Druck – was Stress auslöst. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, macht sich außerdem Enttäuschung breit. Auch eine Angst vor dem Versagen kann dadurch ausgelöst werden. Sinnvoller ist es, wenn man versucht, den realistischen Blick auf die Dinge zu wahren.

Tipp 3: Nicht mit Kommilitonen vergleichen

Riskant ist es auch, wenn man seine Leistungen stets mit denen von Kommilitonen vergleicht. Wenn man feststellt, dass man selbst nicht die Leistung wie die anderen bringen kann, führt das zu Selbstzweifeln und ebenfalls zu Versagensängsten. Und man setzt sich wieder unter Druck. Sich mit anderen zu vergleichen ist auch gar nicht aussagekräftig. Schließlich hat jeder andere Stärken und Schwächen, lernt anders und hat andere Erfahrungen, zum Beispiel in Praktika, gemacht.

Tipp 4: Ausgleich schaffen

Viel hilft viel! Das trifft bestimmt in vielen Dingen zu, beim Studium und besonders beim Lernen ist es aber kontraproduktiv. Niemand kann den Stoff behalten, wenn von früh morgens bis spät abends gelernt wird. Und das jeden Tag! Natürlich ist es wichtig, ausreichend zu lernen vor Prüfungen, aber lieber nur zwei, drei Stunden täglich. Damit man nicht in einen Lern-Marathon verfällt, können feste Freizeit-Termine in der Woche helfen – zum Beispiel Sport. Dies ist besonders zum Ausgleich geeignet, da du dich dabei bewegst und deinen Kopf abschaltest. So kommst du auf andere Gedanken, was dich vor zu viel Stress schützt. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft und in der Natur ist immer gut, um den Unistress zu vergessen und sich einfach mal zu erholen.

Tipp 5: Ein Semester dranhängen

Lieber der Reihe nach als alles auf einmal! Das gilt auch für dein Studium. Es bringt nichts, wenn du dich unnötig abhetzt, nur damit du schnellstmöglich fertig wirst. Hinterher zählt dein Abschluss, ob dieser in Regelstudienzeit erfolgt ist oder durch ein Semester zusätzlich – das spielt meistens gar keine Rolle. Es ist durchaus erlaubt, auch im Studium mal durchzupusten und die Zeit an der Uni mal zu genießen. Also nimm dir die Zeit, wenn du sie brauchst, und verlängere um ein Semester. Nutz es wofür du möchtest: Für ein spannendes Praktikum, einen Auslandsaufenthalt oder auch nur, um für eine schwierige Prüfung zu lernen. Auf jeden Fall bleibt dir so Stress erspart.

Bild: Theresa Müller
Theresa Müller (9 Artikel)

Theresa Müller hat Journalismus im Bachelor und Kommunikationsmanagement im Master in Bielefeld studiert. Bereits während des Studiums war sie für Tageszeitungen, Zeitschriften und in verschiedenen Online-Redaktionen als freie Mitarbeiterin tätig. Auch sammelte sie bereits Erfahrungen im Marketing- und PR-Bereich. Nun arbeitet sie als Online-Redakteurin und verfasst für praktikumsstellen.de Artikel rund um die Themen Praktikumsalltag, Studium und Berufseinstieg. Schreibt sie mal gerade nicht, dann ist sie oft im Reitstall anzutreffen - hoch oben im Sattel.

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