- Definition: Was ist ein befristeter Arbeitsvertrag?
- Der zeitlich befristete Arbeitsvertrag
- Der zweckbefristete Arbeitsvertrag
Der befristete Berufseinstieg Befristeter Arbeitsvertrag: Wie oft kann dieser verlängert werden?Darf mein Arbeitgeber mich nach Ablauf der Befristung unbefristet einstellen?Kann auf einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag ein zweckbefristeter Arbeitsvertrag folgen?Befristete Arbeitsverträge in Startup-UnternehmenBefristetes Arbeitsverhältnis: Die KündigungDie Universität hast du bereits erfolgreich abgeschlossen – nun folgt der Schritt in Richtung Berufsleben. In diversen Praktika konntest du unterschiedliche Arbeitgeber und Arbeitsbereiche kennenlernen und bist dir nun sicher, wie dein weiterer Karriereweg verlaufen soll. Die Bewerbungen sind geschrieben und die ersten Vorstellungsgespräche hast du auch schon hinter dir. Mit ein wenig Glück gehörst du zu den Absolventen, die gleich nach dem Abschluss eine Jobzusage in den Händen halten. Doch die große Freude darüber wird getrübt, denn deine Stelle ist befristet. Unbefristete Verträge sind in der heutigen Zeit eine wahre Rarität. Hier erfährst du daher alles, was du über befristete Arbeitsverträge als Berufseinsteiger wissen musst!
Definition: Was ist ein befristeter Arbeitsvertrag?
Man unterscheidet zwischen einem zeitlich befristeten Arbeitsvertrag und einem zweckbefristeten Arbeitsvertrag:
Der zeitlich befristete Arbeitsvertrag
Ein zeitlich befristeter Arbeitsvertrag darf nach TzBfG §14 Abs. 2 für bis zu zwei Jahre geschlossen werden. Das bedeutet: Der Arbeitgeber kann das Beschäftigungsverhältnis ohne Angabe von Gründen auf zwei Jahre ansetzen. Nach Ablauf dieser Zeit endet das Arbeitsverhältnis. Der zeitlich befristete Arbeitsvertrag gilt nur in schriftlicher Form, mündliche Absprachen sind nicht rechtskräftig.
Der zweckbefristete Arbeitsvertrag
Ein zweckbefristeter Arbeitsvertrag wird dann geschlossen, wenn es einen bestimmten Grund dafür gibt. Dieser bezieht sich nicht auf die Dauer eines Arbeitsverhältnisses, sondern auf ein bestimmtes Ziel, welches erreicht werden soll. Berufsanfänger, die für ein kreatives Projekt eingestellt werden weil sie unvoreingenommen an die Arbeit gehen und ein bestehendes Team mit frischen Ideen bereichern können, gehen wieder sobald das Projekt abgeschlossen wurde. Damit eindeutig ist, wann das Beschäftigungsverhältnis beendet ist, muss dieser Punkt im Arbeitsvertrag genauestens festgelegt werden.
Der befristete Berufseinstieg
Bevor jemand für einen längeren Zeitraum eingestellt wird, wird diese Person zunächst mal auf Herz und Nieren überprüft. Gerade in Branchen, in denen viel Kreativität gefragt ist oder wo die Konkurrenz besonders groß ist, ist dies der Fall. Selbst wenn dich das Unternehmen deiner Wahl bereits in einem Praktikum kennengelernt hat, scheuen viele Arbeitgeber dennoch die Risiken eines unbefristeten Jobangebotes.
Dies hat nichts mit dir oder deinen Fähigkeiten zu tun! Freu dich über die Zusage und darüber, dass man dir die Möglichkeit anbietet, einen Fuß in den hart umkämpften Arbeitsmarkt zu setzen. Jedes Beschäftigungsverhältnis könnte dir die Türen für eine erfolgreiche Karriere öffnen. Warte also nicht auf das perfekte, unbefristete Jobangebot, sondern sammle gleich Berufserfahrung und nutze die Chancen, die dir geboten werden. Mit der richtigen Vorbereitung wird es dir vielleicht sogar gelingen, deinen Arbeitgeber von dir zu überzeugen und dich nach Ablauf der Befristung auf unbestimmte Dauer einzustellen! Informiere dich gleich hier über die Soft Skills, die du dir für den Berufsstart angeeignet haben solltest!
Befristeter Arbeitsvertrag: Wie oft kann dieser verlängert werden?
Ein weit verbreiteter Mythos in diesem Bereich lautet, dass ein befristeter Arbeitsvertrag höchstens zwei Mal verlängert werden darf. Das ist so nicht ganz korrekt. Egal ob Berufseinsteiger oder nicht, ein befristetes Beschäftigungsverhältnis, welches nicht zweckbefristet ist, darf nur für zwei Jahre geschlossen werden. Wie oft der Vertrag innerhalb dieser zwei Jahre verlängert wird, ist egal. Es kann nämlich sein, dass du zunächst für sechs Monate eingestellt wirst. Dein Vertrag kann danach für weitere sechs Monate verlängert werden, und so weiter, bis die zeitliche Befristung von zwei Jahren erreicht wurde.
Darf mein Arbeitgeber mich nach Ablauf der Befristung unbefristet einstellen?
Ja. Wenn dein Chef zufrieden mit dir ist, dann kannst du direkt im Anschluss an dein befristetes Arbeitsverhältnis einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen. In diesem Fall arbeitest du nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses einfach weiter, sofern dies so in deinem neuen Vertrag geregelt wurde.
Kann auf einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag ein zweckbefristeter Arbeitsvertrag folgen?
Auch hier lautet die Antwort ja. Es handelt sich um zwei verschiedene Formen des befristeten Arbeitsvertrages. Sollte der zeitlich befristete Arbeitsvertrag gerade auslaufen, und jemand in der Firma zum selben Zeitpunkt beispielsweise in Elternzeit gehen, dann ist es möglich, dass dein Chef dir einen zweckbefristeten Arbeitsvertrag anbietet, damit du den fehlenden Mitarbeiter für die Dauer eines wichtigen Projektes ersetzt.
Befristete Arbeitsverträge in Startup-Unternehmen
Um Existenzgründern das Leben zu erleichtern, gibt es für Startup-Unternehmen andere Regelungen. Wenn du dich in einem Startup bewirbst, musst du folgendes wissen: zeitlich befristete Arbeitsverträge dürfen hier für eine Dauer von vier Jahren geschlossen werden! Dies gilt allerdings nur für die ersten vier Jahre nach der Unternehmensgründung. Ein Startup-Unternehmen, dass es bereits seit Jahren gibt, kann diese Regelung nicht anwenden. Bevor du dich also nach deinem Uni-Abschluss bei einem Startup-Unternehmen bewirbst, welches gerade erst gegründet wurde, musst du wohl damit rechnen, etwas länger als üblich befristet eingestellt zu werden.
Befristetes Arbeitsverhältnis: Die Kündigung
Sofern du in deinem Arbeitsvertrag keinen Punkt zum Thema Kündigung findest, können weder du noch dein Chef das Arbeitsverhältnis kündigen. Meist ist es aber so, dass die klassischen Kündigungsfristen vertraglich vereinbart werden. Für die Probezeit bedeutet das in der Regel, dass fristlos gekündigt werden kann. Nach Ablauf der Probezeit wird meist eine Kündigungsfrist von vier Wochen veranschlagt.
Neigt sich das Beschäftigungsverhältnis dem Ende, ist in der Regel keine Kündigung vorgesehen. Das Ende vom Arbeitsverhältnis ist bei einem befristeten Arbeitsvertrag schriftlich festgehalten, sodass du als Arbeitnehmer von Anfang an im Vertrag einsehen konntest, ab wann du nicht mehr bei deinem Arbeitgeber angestellt bist.
Weitere Details zu diesem Thema findest du hier: Gesetz über Teilzeit und befristete Arbeitsverträge