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Andere Länder, andere Sitten: Knigge für dein Praktikum im Ausland

Andere Länder, andere Sitten: Knigge für dein Praktikum im Ausland
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Inhalt:
  1. Japan: Verbeugung trifft auf Toilettenschuhe 
  2. Essen in der Fremde: Schmatzen und Schlürfen aus Höflichkeit
  3. Gestik: Nicken und Kopfschütteln im Ausland
  4. Pünktlichkeit: Für Deutsche ein Muss
  5. Trinkgeld für gute Serviceleistungen?

Ein Auslandspraktikum ist wunderbar, Du lernst nicht nur die Berufswelt eines fremden Landes kennen, sondern auch die Sitten und Bräuche. Denn jedes Land hat seine eigene Kultur, sodass es auch Unterschiede in den Verhaltensweisen und Traditionen der vielen Ländern der Welt geben kann. Einige Traditionen und Sitten sind uns in fremden Ländern vollkommen unbekannt, weshalb ein Kulturschock nicht selten ist. Besonders für einen längeren Aufenthalt in der Fremde solltest Du gut vorbereitet sein und dich vertraut mit den fremden Sitten deines Praktikumlands machen. Denn einige der Bräuche sind für Nicht-Kenner ziemlich skurril und können als Eigenarten ferner Länder abgestempelt werden. Damit Du während deines Praktikums im Ausland nicht in ein Fettnäpfchen trittst, erfährst Du hier die X skurrilsten Bräuche und Sitten anderer Länder.

Japan: Verbeugung trifft auf Toilettenschuhe 

Asien wird zu einem immer wichtigeren Bestandteil von Praktika, denn durch die zunehmende weltübergreifenden Berufsbindungen kann ein Praktikum in Asien für einige Branchen besonders vorteilhaft sein. Denn es entstehen immer mehr Kooperationen zwischen deutschen und asiatischen Unternehmen. Bevor Du Erfahrungen in der asiatischen Berufswelt sammelst, solltest Du dich auf einige fremde Verhaltensweisen und Sitten gefasst machen. 

In Japan beginnt die Tradition bereits in der für uns ungewöhnlichen Begrüßungsform, denn das Begrüßungsritual in Japan wird nicht mit einem Händeschütteln durchgeführt, sonder mit einer Verbeugung. So müssen sich Besucher, also Du als Praktikant, ebenso tief verbeugen wie der Gastgeber. Falls Du dieses Ritual nicht einhältst, könnte dein Gastgeber eine falsche Verbeugung als Demütigung sehen. Ebenfalls solltest Du immer deine Straßenschuhe ausziehen, wenn Du in Japan ein Haus betrittst. Du bekommst Hausschuhe, diese musst Du vorm Betreten eines bestimmten Raums im Haus wieder ausziehen und deine Schuhe erneut wechseln: Beim Gang zum stillen Örtchen. Betrittst Du das Badezimmer, müssen die Schuhe erneut gewechselt werden, denn fast jeder besitzt in Japan separate Toilettenschuhe, da zwischen reinen und unreinen Orten streng unterschieden wird. So gelten Badezimmer eher als unrein, der Rest des Hauses als rein.

Essen in der Fremde: Schmatzen und Schlürfen aus Höflichkeit

Und auch die Tischsitten sind in Japan, China und Russland vollkommen anders als die uns gewohnten in Deutschland. So zählt in China und Japan: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Solltest Du zu einem Essen eingeladen werden und das Servierte nicht mögen, ist eine Ablehnung des Essens strengstens verboten. Denn dann beleidigst Du deinen Gastgeber auf höchstem Niveau. Jedoch gibt es ein weiteres Fettnäpfchen in Japan und Russland: Hast du alles verputzt und deinen Teller bis auf den letzten Krümmel geleert, solltest Du dich nicht wundern, wenn Du eine weitere Portion erhältst. In asiatischen Ländern bedeutet ein leerer Teller, dass Du noch Hunger hast und nicht ausreichend gegessen hast. Also, lass dort lieber etwas auf dem Teller liegen. 

Und während des Essens solltest Du dich nicht über die lauten Essgeräusche deiner Tischnachbarn wundern: In China gehören Geräusch zu einem guten Essen dazu. Wer in China beim Essen keine Geräusche von sich gibt, dem schmeckt es nicht. Es ist also Gang und Gebe am Tisch zu schmatzen, schlürfen oder sogar die Nase zu putzen. Dieses aus unserer Sicht unmögliche Essverhalten ist in China ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit. Du solltest dich nicht wundern, wenn deine chinesischen Kollegen in der Mittagspause sogar auf den Boden spucken, denn in China ist das völlig normal. Die Chinesen gehen davon aus, dass das Herunterschlucken von Schleim im Rachen ungesund ist, weshalb spucken während des Essens und allgemein keine Seltenheit ist. Und auch rülpsen gehört zum guten Umgangston am Tisch, jedoch nur in China. In Japan wird ein Rülpsen nicht gerne gehört!

Aber auch in weiteren Ländern könnten dir unbekannte Tischsitten und Geschmacksvorlieben begegnen, so kann dir in Schweden ein sogenannter Lappkaffee  zum frühstück serviert werden. Es handelt sich hierbei um eine besondere Delikatesse, eine samische Spezialität. Und dieser Kaffee ist nur etwas für „eingefleischte“ Kaffeefreunde, denn in diesem Kaffee befinden sich nicht nur gemahlene Kaffeebohnen, sondern auch getrocknetes Rentierfleisch. Das Fleisch wird in Stücke geschnitten und gemeinsam mit dem Kaffee in einer Tasse serviert. Also, dann guten Appetit!

Gestik: Nicken und Kopfschütteln im Ausland

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern gilt ein Nicken als „Ja“ und Kopfschütteln als „Nein“. Jedoch bedeuten diese Gesten in einigen Ländern genau das Gegenteil. So bedeutet in Bulgarien, Indien und Pakistan etwa das Kopfschütteln eine Zustimmung und das Nicken spricht für eine Verneinung- so kann es zwischen dir und den Einwohnern zu Missverständnissen kommen. Aber auch andere Länder überraschen mit unterschiedlichen Bedeutungen in den für uns typischen und deutlichen Gesten für Zustimmung und Ablehnung. Wirfst Du etwa in Äthiopien den Kopf zurück bedeutet dieses „Ja“, hingegen spricht diese Kopfbewegung in arabischen Ländern, Griechenland, Süditalien und der Türkei für „Nein“.

Neben diesem Gesten-Wirrwar gibt es noch weitere Gesten, die für Schwierigkeiten und Missverständnisse während deines Praktikums im Ausland sorgen könnten. So bedeutet das Zusammenführen von Daumen und Zeigefinger bei uns in Deutschland und Mitteleuropa „Okay“ oder „Alles in Ordnung“. Das ist in Spanien, Frankreich und der Türkei aber nicht der Fall, dort wird dieses Zeichen als obszönes verstanden. Ebenso gilt der ausgestreckte Daumen in Australien als vulgäre Beschimpfung, wobei er bei uns als „Daumen hoch“ im positiven Sinne zu verstehen ist.

Pünktlichkeit: Für Deutsche ein Muss

Neben Bier und Spießigkeit charakterisiert ein besonderes Merkmal den typischen Deutschen: die Pünktlichkeit. Die Pünktlichkeit ist wahrscheinlich für viele Deutsche ein Ding der Höflichkeit, wobei Du dich in anderen Ländern an eher unpünktliche Verabredungen gewöhnen musst. So ist es beispielsweise in Frankreich unhöflich, zur verabredeten Zeit zu kommen. Bist Du in Frankreich bei jemanden zu Hause eingeladen, solltest Du dich mindestens eine halbe Stunde verspäten. Denn dein Gastgeber rechnet bei der Vereinbarung der Uhrzeit mindestens mit diesem Zeitpuffer, an den Du dich halten solltest. Und auch in Brasilien solltest Du dich aus Höflichkeit verspäten, denn abgesprochene Uhrzeiten sind eher nur als Richtwert zu verstehen. In Spanien und weiteren südlichen Ländern, wie Italien, Portugal und Griechenland, wird Pünktlichkeit ebenfalls nicht allzu streng genommen. Im besten Fall erkundigst Du dich im Voraus, welche Gepflogenheiten in deinem Praktikumsland typisch sind. 

Trinkgeld für gute Serviceleistungen?

Es wird sicherlich vorkommen, dass Du in der Fremde auch Essen gehst, denn neben deinem Praktikum hast Du sicherlich auch Freizeit oder zumindest deine Mittagspause. In einigen Ländern ist ein Trinkgeld freiwillig, aber in manchen Ländern ist ein festes Trinkgeld Pflicht. In Mitteleuropa wird meist ein Aufschlag von 15 bis 20 % erwartet; aber wie sieht das in anderen Ländern aus?

Für guten Service wird gerne gezahlt, und das oft ohne Vorschrift oder Hinweise. So ist es in Mitteleuropa und Nordamerika fast selbstverständlich, gute Leistungen mit einem 15 bis 20 % Aufschlag zu belohnen. Hingegen gehört ein guter Service in China oder Japan dazu und ist selbstverständlich, sodass ein Trinkgeld eher eine Beleidigung wäre. In England und Orland ist Trinkgeld in Pubs ebenfalls nicht üblich, jedoch kannst Du dem Personal einen Drink spendieren. Hingegen befindet sich in Restaurants bereits eine Servicepauschale im Preis, trotzdem ist ein Trinkgeld von 10 bis 15 % üblich. In skandinavischen Ländern wird diese Servicepauschale ebenfalls in der Rechnung festgesetzt. Jedoch werden in Schweden zusätzlich 10 % Trinkgeld erwartet.

Egal in welchem Land Du ein Praktikum absolvierst, Du wirst sicherlich auf die einen oder anderen ungewohnten Eigenarten treffen. Trotzdem solltest Du Sitten & Tradition der fremden Kulturen schätzen und wenigstens versuchen diese Verhaltensweisen einzuhalten und zu beachten. Sicherlich gibt es noch weitere Traditionen und Umgänglichkeit anderer Länder. Alleine für Japan gibt es einen riesigen Verhaltens-Katalog, den Du dir vor einem Aufenthalt zu Herzen nehmen solltest. Als Gast eines fremden Landes, solltest Du versuchen die Kultur anzunehmen. Erkundige dich nach besonderen Verhaltensweisen in deinem Praktikumsland. Viel Erfolg im Umgang mit (noch) unbekannten Traditionen anderer Kulturen.

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (16 Artikel)

Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf praktikumsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig.

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